Teil 12: 6 Punkte, die eine rechtssichere Firmenwebseite bieten sollte

Firmenwebseiten rechtssicher machen

Wie im normalen Geschäftsleben müssen Unternehmen auch bei Ihrer Firmenwebseite bestimmte rechtliche Vorgaben erfüllen, damit diese als rechtssicher gilt. Nur so können sie sicher sein, dass der schöne neue Internetauftritt nicht zu einer Abmahn-Falle wird.

Gleich als Info vorweg: wir geben mit diesem Artikel keine Hinweise, welche rechtssicheren Texte Ihre Internetseite bieten muss. Ständige Änderungen durch den Gesetzgeber führen dazu, dass Ratgeber relativ schnell ihre Gültigkeit verlieren. Wir geben lediglich einen Überblick, woran Sie denken sollten. Die Ausarbeitung obliegt den Unternehmen und sollte immer in Zusammenarbeit mit Anbietern rechtssicherer Texte erfolgen. Nur diese haben die Möglichkeit auf Änderungen rechtzeitig zu reagieren.

1. Impressum

Jede Firmenwebseite muss ein Impressum führen. Dieses muss auf der Internetseite leicht zugänglich und auffindbar sein. Bitte verstecken Sie es also nicht als Link auf irgendeiner Unterseite. Am besten man packt solche Seiten generell in den Footerbereich einer Webseite. Im Impressum müssen unter anderem Name und Anschrift des Betreibers der Internetpräsenz, sowie Kontaktdaten und ggf. Geschäftsführer bei juristischen Personen angegeben werden. Auch Handelsregister Registriernummer und USt-Id-Nr dürfen nicht fehlen, insofern denn vorhanden.

2. AGBs

Wer im Internet etwas vertreibt, muss seine Allgemeinen Geschäftsbedingungen leicht ersichtlich angeben und diese sich bei Abschluss eines Vertrags bestätigen lassen. Gerade AGBs sind häufig eine mögliche Ursache für Abmahnungen. Oftmals werden diese einfach von einer anderen Webseite kopiert und dann jahrelang nicht aktualisiert.

Das Kopieren von AGBs ist eine Urheberrechtsverletzung und sollte somit vermieden werden. Zudem gibt es regelmäßig rechtliche Änderungen, die sich auch in den AGBs wiederfinden müssen, sodass hier ein besonderes Augenmerk gelten sollte. Zwar gibt es Anbieter, die einem helfen sich AGBs selber zusammenzubauen (z.B. agb.de). Auf Nummer sicher gehen, kann man aber nur mit einem Anwalt für Online-Recht oder einem Anbieter der sich darauf spezialisiert hat.

3. Datenschutzerklärung

Gerade wenn man regelmäßig Daten von Kunden auf seiner Webseite speichert, sollte es eine Datenschutzerklärung auf Ihrer Firmenwebseite geben. Diese beinhaltet mindestens folgendes:

  • Datenschutzhinweis
  • Widerrufserklärung
  • Hinweis, welche Daten gespeichert werden
  • Hinweis, falls eine Analysesoftware wie Google Analytics eingesetzt wird
  • Hinweis über die Nutzung von Social Media Buttons
  • Auskunftsrecht
  • Ansprechpartner für Datenschutz

Ein positives Beispiel für eine Datenschutzerklärung finden Sie hier.

4. Urheberrecht und Haftungsausschluss

Nutzen Sie auf Ihrer Webseite Texte, Bild oder Videomaterial von anderen Webseiten, müssen Sie garantieren können, dass Sie auch die Nutzungsrechte besitzen. Haben Sie diese nicht, sollten Sie eine Verwendung unter allen Umständen vermeiden um Abmahnungen vorzubeugen.

Ggf. kann es auch Sinn machen, Ihre eigenen Werke durch einen Copyright-Hinweis zu schützen. Somit schrecken Sie mögliche „Inhalts-Diebe“ schon von vornherein ab.

Betreiben sie ein Forum oder bieten Sie Kommentarfunktionen an, sollten Sie einen Haftungsausschluss für User Generated Content angeben. Dies ist zwar nicht 100% wasserdicht, zumindest aber ein erster Schritt um nicht für die Inhalte zur Rechenschaft gezogen zu werden, die andere auf Ihrer Webseite erstellen.

5. Online-Shops haben besondere rechtliche Vorgaben

Gerade Online-Shops werden sehr häufig bei Abmahnungen bemängelt. Einmal fehlt die nötige Bestätigung der AGBs, dann fehlt die Ausweisung der MwSt. im Shop oder auf Auftragsbestätigungen und Rechnung. Oder aber die Widerrufsbelehrung ist schlicht nicht vorhanden. Achten Sie also penibel darauf, welche Infos Sie als Shopbetreiber rechtlich bieten müssen.

6. Rechtssichere Adressgenerierung

Sammeln Sie auf Ihrer Webseite Email-Adressen für Email-Marketing, müssen Sie folgendes beachten: Es dürfen Adressen von Nicht-Kunden nur verwendet werden, wenn diese von sich aus ihre Email-Adresse durch einen Klick auf ein Feld á la „Ja, ich möchte weitere Informationen per Email erhalten“ in einen Email-Verteiler eingetragen haben. Ein Zwang auf Double-Opt-In (Klick auf einen Bestätigungslink als finale Zustimmung) ist derzeit noch nicht zwingend erforderlich.

Kunden werden von Unternehmen heutzutage auch ohne die direkte Einwilligung per Email beworben. Hier ist die Rechtslage nicht so restriktiv. Sie müssen allerdings sicherstellen, dass die Emails als Kundenbindungs-Intrument Sinn macht. Die beworbenen Dienstleistungen oder Produkte müssen im Kontext des Geschäftsverhältnis mit Ihrem Kunden stehen.

Sicherstellen sollten Sie zudem, dass der Email-Abonnent der Werbeeinwilligung jederzeit widersprechen kann. Kunden, von denen Sie ein Werbeverbot erhalten, sollten Sie unter keinen Umständen per Email anschreiben. Bei B2B verhält es sich übrigens genauso!

Fazit: Es gibt einige Schrauben, an denen Webseitenbetreiber schrauben müssen, um eine rechtssichere Firmenwebseite zu garantieren. Mit unseren 6 Punkten haben Sie einen Anhaltspunkt, an was Sie denken sollten. Die genaue und rechtssichere Umsetzung sollte mit professioneller Hilfe erfolgen.

3 Kommentare

  1. […] 6 Punkte die eine Rechtssichere Firmenwebseite bieten sollten […]

  2. […] wird. Befolgen Sie also die folgenden Ratschläge und lesen sie am besten meinen Artikel “6 Punkte, die eine rechtssichere Firmenwebseite bieten sollte” zu diesem […]

  3. CompuMan sagt:

    Ich steht vor der gleichen Problematik. Neue Webseite und keine Ahnung was drauf muss. Der Artikel gibt mir jetzt keine genauen Hinweise. Nur nen Richtwert was grob drauf muss. Muss ich mich wohl doch an einen professionellen Anbieter wenden. Hat jemand nen Tipp?

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