Augmented Reality: Apple ARKit & Google ARCore erklärt

Augmented Reality (AR) bezeichnet die Kombination aus echten und virtuellen Bildern in Echtzeit. Dabei wird AR typischerweise „durch“ ein Gerät betrachtet. Es sind bereits einige AR-Brillen am Markt erhältlich, die permanent weiterentwickelt, aber noch nicht vom Massenmarkt erworben werden. Deshalb ist AR (zumindest derzeit noch) nahezu ausschließlich auf tragbare Endgeräte wie Tablets oder Smartphones angewiesen, um die AR-Overlays zu sehen. Google und Apple wollen natürlich beide kräftig am künftig zu erwartenden AR Boom mitverdienen und arbeiten an Plattformen AR Applikationen erstellen zu können. Apple mit ARKit und Google mit ARCore. Aber wo ist der Unterschied und wer hat derzeit die Nase vorn?

Was ist ARKit von Apple?

ARKit überzeugt durch die Unmittelbarkeit der Darstellung. Im Gegensatz zu Google benötigt ARKit von Apple keine Hardware, denn ein A9-Chipersatz ist ausreichend. Die Darstellung ist trotzdem realistisch und jede Handbewegung schnell verarbeitet. Mit der Ikea-App hat ARKit seine Power eindrucksvoll demonstriert. Der schwedische Möbelriese und Apple haben erfolgreich zusammengearbeitet. Herausgekommen ist die Augmented-Reality-App von Ikea. Es ist möglich, Ikea-Möbel nicht nur im Katalog oder online zu betrachten. Wo früher das eigene Vorstellungsvermögen und Baupläne nötig waren, agiert jetzt die App.

Mit ARKit lassen sich virtuelle Objekte auf realen Gegenständen einblenden und von allen Seiten betrachten. So wie hier eine virtuelle Kaffeetasse.

Auch im heimischen Kinderzimmer wird Augmented Reality Einzug halten

Man kann die Ikea-Möbel in den eigenen vier Wänden virtuell aufstellen. Man sieht also, wie es tatsächlich aussehen könnte. In der Demo schwebt ein Sofa über dem Bereich, in dem es stehen soll. Man kann näher an das Objekt rangehen, es von jeder Seite begutachten, Farben verändern und Deko-Objekte oder Tische dazustellen. Diese Augmented-App zeigt, wie die Möbel in Zimmern wirken. Einem bloßen Gefühl muss nicht mehr getraut werden, denn es werden Fakten geschaffen, die Fehlkäufe verhindern. Man konnte in der Demo sogar unter das Sofa krabbeln. Dadurch sah man nicht nur die Sofabeine, sondern auch den echten Teppich, der ausgelegt war. Auch die Person, die am anderen Ende des Raumes war, konnte man deutlich erkennen. Bei ARKit ruckelt oder wackelt nichts. Es läuft nichts heiß und kein Partikel driftet. Es gibt praktisch keine Verzögerungen in der realistischen Darstellung.

Wozu wird ARKit benötigt?

Um Bilder in Szene einzufügen und reine realistische Vorstellung zu erhalten, wie etwas aussehen könnte, wurde ARkit konzipiert. Man kann Elemente einfügen und irgendwann wird es nicht mehr möglich sein, die virtuellen Beigaben von der Realität zu unterscheiden. Mit iOS 11 ändert sich die Apple-Welt, denn dann kommt die ARKit-Unterstützung. Auf Hunderten Millionen von Geräten wird ARKit stabil laufen und auch auf älteren Geräten den Einstieg in die Vermischung der Realität mit Virtualität ermöglichen. Die ersten Apps lassen sich bereits intuitiv bedienen.

ARKit Online Ressourcen für Entwickler

Die Developer hatten nur ca. sechs Wochen Zeit, um die gezeigten Apps zu entwickeln. Die riesige Install-Blase hat Apple bewogen, derart früh auf ARKit zu setzen. Sofort ist ARKit auf hundert Millionen Geräten verfügbar. Die neueste Technologie setzt nicht auf Isoliertheit wie Google. Im Gegensatz zu anderen AR-Anwendungen kann man das iPad einfach einem Freund geben, der einen Blick drauf wirft und eine Ratschlag gibt. Apple springt im großen Rahmen auf das Thema AR auf und hat das grundlegende Problem gelöst. Das grundsolide Laufen. Das ermöglicht ein expotentielles Wachstum, das sich auf alle Lebensbereiche auswirken kann.

Die Anwendungen laufen real und sind sehr stabil. Man kann seine eigene Realität erweitern und erhält ein flüssiges Ergebnis. Für Entwickler wird die große Installblase sehr reizvoll. Man muss sich ganz neue Dienste überlegen und die Apps AR-kompatibel gestalten. In den nächsten Jahren werden Programme erscheinen, die Nutzer erstaunen lassen. Apple hat den Grundstein mit dem App Store gelegt. ARKit sorgt dafür, dass auf dieser Basis weitergemacht wird. Die Technologie soll in Zukunft auf allen Geräten laufen und auch im Gamebereich neue Welten offenbaren.

Im Sommer wurde das Augmented-SDK aus dem Hause Apple auf dem WWCC vorgestellt. Bereits im Herbst soll die finale Version mit iOS 11 verfügbar sein. Die Prognosen gehen davon aus, dass es relativ schnell zahlreiche AR-Anwendungen sowie Spiele für iPhone und Co. geben wird. Apple hat den Vorteil, dass die unterstützten Geräte keine spezielle Hardware benötigen.

Unterschiede zu ARCore von Google?

Appel ist im Bereich AR-Technologie einen Schritt weiter als Google. Überall in der Welt arbeiten Entwickler an passenden Anwendungen. Eine Miniatur-Mondlandung im eigenen Wohnzimmer oder ein virtuelles Maßband. Apple zeigt mit ARKit zwar einen ähnlichen Plan wie Google, doch wird auf neue Hardware verzichtet. Wer in die Augmented Reality einsteigen möchte, benötigt bei Google ein passendes Smartphone. Apple-User hingegen können mit vorhandenen Geräten Augmented Reality genießen.

Bringt das Smartphone ausreichend Leistung, kann es die komplexen Berechnungen in ausreichender Geschwindigkeit ausführen. App-Entwickler sind auf der sicheren Seite, denn sie können darauf vertrauen, dass mit dem Release von iOS 11 die Welt zum App Store und den zahlreichen AR-Anwendungen offen steht. Das große Update macht es möglich, ARKit zu nutzen, ohne ein neues Smartphone zu kaufen.

Was ist ARCore von Google?

Apps auf dem Smartphone werden in der mobil geprägten Welt nahezu von jedem Besitzer genutzt. Wer hat diese Apps entwickelt, die wir so gerne nutzen? Die meisten Apps stammen von verschiedenen Firmen und Entwicklern. ARCore ist ein Werkzeug, mit dem Entwickler in der Lage sind, Augmented Reality Apps zu entwickeln. ARCore bietet Apps, mit denen AR-Apps kreiert werden. Mit diesem Tool können Nutzer also selbst zu Kreativen werden, die sich eine eigene Welt zaubern. Google startet eine neue und beeindruckende AR-Plattform.

Google ist in den Bereichen der Virtual Reality sehr aktiv und schafft mit der Einstellung des Projektes Tango und dem gleichzeitigen Start von ARCore Ordnung. ARCore soll gegen Apple antreten und schnell Verbreitung finden. Viele Unternehmen arbeiten mittlerweile fieberhaft an der Virtual Reality. Google stellt die gesamte AR-Techniologie auf stabile Füße und ist derzeit sehr aktiv. Bereits von Anfang an stellt die Reality-Plattform große Ziele.

3-Dimensionale Objekte können via Kamera-App direkt in das Bild geschobenen und anschließend im virtuellen Raum platziert werden. Man kann dann drumherum gehen und das Objekt von allen Seiten betrachten. Dabei kann man interaktiv sein, sich ebenfalls bewegen und an einem anderen Ort platzieren. Derzeit handelt es sich noch um Comic-ähnliche Objekte. In Zukunft wird sich das sicher ändern und man kann kaum mehr erkennen, was real und was lediglich virtuell eingebelendet wurde. ARCore zeichnet sich durch

  • Environmental understanding
  • Light Estimation
  • Motion Tracking
  • Android Kompatibilität
  • Verbreitung und Unterstützung

aus.

Was verbirgt sich hinter den technischen Fachbegriffen?

Environmental Understanding: Umweltverständnis

Die Software ist schlau und erkennt, wo sich etwas in der Umwelt befindet. Egal, welcher Sichtbereich vorliegt, das Environmental Understanding erkennt, was sich an der Decke, auf einem Stuhl, Tisch oder dem Boden befindet.

Light Estimation

Der Lichteinfall wird durch die Software dynamisch erkannt und weiß, wie die eingeblendeten Objekte beleuchtet werden müssen. Die künstliche Beleuchtung sorgt für einen perfekten Lichteinfall, ohne dass der Nutzer selbst Einstellungen vornehmen muss.

Android Kompatibilität

Ohne zusätzliche Software kann die ARCore-Technologie auf allen Geräten skaliert werden, die auf dem Android-Betriebssystem basieren. Nur bei Apple-Geräten müssen Nutzer auf eine andere Technologie ausweichen. Das sorgt für eine einfache Nutzung und große Verfügbarkeit.

Unterstützung

ArCore unterstützt Android Studio, Unreal Engine und Unity

Wozu wird ARCore benötigt?

Auf allen Smartphones von Android sollen die echte und künstliche Welt zusammentreffen. ARCore bietet eine neue Schnittstelle von Google für AR. Das SDK für Entwickler soll in Zukunft auf 100 Millionen Smartphones sowie Tablets ab Android 7 laufen. Nach eigenen Angaben arbeitet Google derzeit an der Unterstützung von weiteren Endgeräten wie Asus, Huawei, LG und Samsung. Als Basis benötigt ARCore OpenGL, Basis Unity, Java oder Unreal. Um Argumented Reality in Spielen laufen zu lassen, misst ARCore für das Motiontracking mit den bereitstehenden Kameras die Bezugspunkte. Mit den Bewegungssensoren wird die Position der Hardware gemessen,

Pläne von Google mit ARCore?

Mit dem neuen Projekt antwortet Google auf die Augmented-Reality-Plattform ARKit von Apple. Google liefert mit ARCore nach, was Apple vorgemacht hat. Rein software-basiert steht ARCore bereit und soll auf bereits im Handel genutzte und künftige Android-Smartphones in die Welt der AR bringen. Voraussetzung ist, dass Android 7.0 Nougat bereits auf dem Smartphone läuft. Derzeit unterstützt Google lediglich wenige Pixel-Modelle sowie das Samsung Galaxy S8 plus.

Weitere Geräte werden zukünftig Support erhalten. Deshalb arbeitet Google intensiv mit den Herstellern Huawei, Samsung, Sus und LG zusammen. Ist die Preview-Phase beendet, sollen mehr als 100 Millionen Endgeräte unterstützt werden. In den letzten Jahren konnte Google mit Tango bereits viel Erfahrung im AR-Segment sammeln. Diese sind alle in ARCore eingeflossen. AR-SDK basiert auf den drei Säulen:

  • Bewegungsverfolgung
  • Erfassung
  • Analyse der Umgebung und des Lichts.

Die AR-Projekte können in der realen Umgebung an die Lichtverhältnisse angepasst werden, wodurch das Ergebnis real und authentisch erscheint. ARCore soll mehr als ein Bestandteil von Android werden. Dabei spielt das Internet eine entscheidende Rolle. Google veröffentlicht einen Prototyp, mit dem Entwickler experimentieren können. Damit soll es möglich sein, eine AR-Webseite zu bauen, die sowohl von Apples AE-Kit und ARCore unterstützt wird.

Unterschiede von Google ARCore zu ARKit von Apple?

Wie auch bei ARCore erkennt ARKit bestimmte Punkte vor der Kamera. Die Software erkennt verschiedene Ebenen und Umgebungen, nur die Bezeichnung ist anders als bei ARCore (Plane estimation with basic boundaries). Auch bei der Version aus dem Hause Apple erkennt die Software, das Licht und beleuchtet die virtuellen Objekte so realistisch wie möglich. ARKit läuft nur auf Apple-Geräten mit iOS 11 und höher. Mindestens ein A9-Prozessor ist Pflicht, weshalb Geräte wie iPhone SE, iPhone 6s und iPad Pro die Software nicht nutzen können. Diese Geräte wurden bereits millionenfach verkauft und Apple-User sind generell sehr Update-affin. Die Verbreitung dürfte zumindest am Anfang höher sein als bei ARCore. ARKit wird unterstützt von SceneKit, Unreal Engine und Unity.

Möglichkeiten für Entwickler von ARCore Anwendungen

Die AR-Plattform kann bereits getestet werden. Ohne zusätzliche Sensoren soll die AR-Plattform Augmented Reality bereitstellen. Wer bereits jetzt die eigene Google AR-Plattform testen möchte, hat die Möglichkeit dazu. Entwickler haben die Chance, Apps für die AR zu programmieren, die auch ohne spezielle Sensoren laufen. Dadurch haben Neugierige bereits jetzt die Möglichkeit, in die Zukunft zu blicken und zu sehen, wie diese Apps funktionieren. Dafür ist das ARCore for All-Paket von „tomthecarrot“ nötig. Dieses veranschaulicht gemeinsam mit einer Demo das grundlegende Konzept. Man muss dazu die modifizierte Service APK aus dem Github-Projekt herunterladen und dann auf dem Smartphone installieren. Es wird dann lediglich eine Demo-App benötigt, die ebenfalls auf dem Smartphone installiert werden muss.

Vorteile von ARCore gegenüber ARKit

Das Unternehmen Google hat mit der Tango Technologie eine AR-Plattform. Allerdings setzt diese eine teure sowie spezielle Hardware voraus. Da nur Asus und Lenovo diese Hardware ausprobiert haben, ist die Verbreitung noch gering. Alle künfigen Apple iPhones und iPads sind mit der neuen Qualität ausgestattet. Google reagierte zeitnah und folgt dem Ansatz von Apple, der erfolgsversprechender ist. Nutzer von Smartphones werden von der Konkurrenz der Wettbewerber Google und Apple profitieren. Die Produkte werden durch den Konkurrenzkampf besser und auf dem Augmented-Reality-Markt wird zukünfig einiges bewegt werden.

Derzeit verfügt ARCore nicht über einen Tiefen-Sensor. Dieser ist in fast keinem Smartphone verbaut worden. Mit der Software kann man sich den Tiefen-Sensor selbst bauen. Dadurch kommt man zunächst ohne zurecht. Vielleicht wird dieser in Zukunft Standard in den Endgeräten sein.

 

Fazit

Apple hat mit ARKit vorgelegt und Google in Zugzwang gebracht. Da der Boom von AR in der Zukunft einen Multimilliardenmarkt verspricht, werden beide Anbieter ihre Plattformen kontinuierlich weiterentwickeln. Entwickler werden notwendigerweise auf beide Plattformen setzen müssen um alle Verbraucher zu erreichen. Die Technik steckt noch ein wenig in den Kinderschuhen, aber sowohl Google als auch Apple zeigen bereits jetzt, dass die Technologie etwas kann und wo die Reise hingehen könnte. Man darf gespannt sein.

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