Augmented Reality – Was das eigentlich ist und wieso es unser Leben verändern wird

Augmented Reality ist in aller Munde. Durch Technologiekonzerne wie Apple oder Google wird derzeit an unserer Zukunft gebastelt, wie wir unsere eigene Realität und Umgebung in Zukunft erfahren werden. Was AR ist und wie es unser aller Leben verändern wird, versuche ich hier zu skizzieren.

Was ist Augmented Reality?

Unter Augmented Reality versteht man das Einblenden von digitalen Elementen in den Sichtbereich eines Menschen. Diese Einblendung kann über Devices wie Smartphones, Tablets oder spezielle Glasscheiben geschehen. Auch digitale Brillen unterstützen AR. Der Clou ist, dass der Mensch sich weiterhin in seiner gewohnten Umgebung bewegt und diese mit Informationen und digitalen Elementen „angereichert“ wird.

Was ist der Unterschied zwischen Augmented Reality zu Virtual Reality?

Bei Virtual Reality bewegt man sich mit Hilfe einer speziellen Brille komplett in einer digitalen Welt. Wir Interagieren im Digitalen und bekommen von unserer wirklichen Umgebung visuell nichts mehr mit. Dies hat hauptsächlich einen unterhaltenden Charakter. Spiele in VR gibt es schon sehr lange und werden durch immer bessere Technik ausgereifter und realistischer. Bei Augmented Reality bleibt der User bewusst im realen Leben.

Wie funktioniert Augmented Reality technisch?

AR verwandelt die Umgebung um einen herum in ein digitales Interface, indem virtuelle Objekte und Informationen in Echtzeit dort eingeblendet werden. Durch mobile Endgeräte wird die Umgebung gescannt, vermessen (z.B. Abstände von Objekten im Sichtfeld eines Menschen oder auch Tiefenmessungen) und so fit gemacht für jede Menge Spielereien oder wirklich nützliche Aufwertungen des Sichtfeldes.

Welche Geräte sind heute und künftig denkbar für die Nutzung von Augmented Reality?

Tatsächlich sind die Möglichkeiten nahezu unbegrenzt. Jedes Gerät mit einem Display und jedes Objekt, welches erlaubt durchzusehen, kann künftig in der Lage sein, AR Elemente darzustellen. Die Zeit wird hier aller Voraussicht nach eine Fülle an nützlichen Geräten (und am Ende muss man diese alltäglichen Gegenstände dann tatsächlich auch Geräte nennen, wenn sie AR Funktionalitäten liefern) bringen. Denkbar sind aktuell

  • Smartphones
  • Tablets
  • Brillen
  • Glasscheiben
  • Windschutzscheiben
  • Fensterscheiben
  • Headsets
  • Kontaktlinsen

Das ist eine Datenbrille, wie man sie sich in Zukunft für die Nutzung der Augmented Reality vorstellen kann.

Man sieht, dass alles was das visuelle Betrachten ermöglicht, am Ende auch Augmented Reality liefern kann. Es werden die typischen Alltagsgegenstände oder Gebrauchsmittel sein, die AR fähig gemacht werden, damit dieser Art der digitalen Erweiterung unseres Lebens der Weg bereitet werden kann. Im Umkehrschluss werden vermutlich viele Arten physischer Displays, Anzeigen, Aufsteller, Plakate, Schilder, etc. wegfallen oder zumindest stark reduziert, weil es einfach eine deutlich günstigere und einfachere Möglichkeit gibt, Menschen zu informieren oder zu unterhalten.

ARKit und ARCore

Apple und Google wollen sich natürlich nichts im Geschäft um AR nehmen lassen und entwickeln beide jeweils unterschiedliche Plattformen für die Erstellung von AR Anwendungen. ARKit ist das System von Apple und ARCore von Google. Man wird sehen, welches System am Ende die Nase vorn haben wird. Aktuell scheint Apple etwas weiter zu sein. Aufgrund der Vielzahl an Android Endgeräten auf dem Markt wird aber sicher auch Google mit ARCore seinen Anteil am AR-Markt einfahren.

Wie verändert AR unser Konsumverhalten?

Um zu verstehen, wie sich unser eigenes Konsumverhalten verändern wird, macht es Sinn ein paar Beispiele zu nennen, was Augmented Reality uns bringen kann und vermutlich auch wird. Man ist sich schon heute relativ sicher, welche Anwendungsgebiete gerade für die Wirtschaft interessant sein werden.

Wir werden uns in Supermärkten bewegen, die vollkommen digitalisiert sind. Per digitaler Brille (wie Google Glass) erscheint Werbung in unserem Sichtfeld, direkt am Regal, um uns die Vorteile des Joghurts anzupreisen oder mögliche Rezepte und Gerichte zu den leckeren Nudeln darzustellen. Gefällt uns das was wir sehen, laden wir das Gericht in den digitalen Einkaufszettel und kaufen dann sofort alles ein, was benötigt wird. Besser kann man Konsumenten nicht steuern.

Unsere Abnehm-App zeigt uns schon im Vorbeigehen die Produkte an, die wenig Kalorien oder kaum fett beinhalten. Ganz einfach durch rote und grüne Kennzeichnung. Was die Politik nicht geschafft hat mit der Nährwert-Ampel, werden App-Hersteller nachholen. Ein Gewinn für den Verbraucher.

Wir werden jede Menge Zeit sparen, weil uns unsere App oder unsere Datenbrille den direkten Weg zu unserem gewünschten Produkt im Laden weist. Wir suchen nach weißen Hemden in einem Klamottenladen? Die App weiß wo sie hängen und zeigt uns per Richtungspfeil den Weg auf. RFID Chips kommen dadurch erst richtig zur Geltung und werden nützlich. Ach ja, wer übrigens das weiße Hemd gefunden hat, bekommt auch gleich Kombinationsmöglichkeiten mit anderen Klamotten angezeigt. Der passende Anzug hängt sicher gleich daneben. Die App weiß ganz sicher wo.

Auch eine Art AR: Unserem Bild wird ein Kleidungsstück übergestülpt. So entfällt der Gang in die Umkleidekabine.

Wie nervig sind Verkäufer, die einen an der Kasse von Bonussystemen überzeugen wollen. In Zukunft läuft das digital ab. Jeder Laden wird seine Bonussysteme haben, die direkt per Device ausgewählt werden können. Spätestens an der Kasse erscheint der Hinweis darauf in unserem Sichtfeld. Ach was rede ich…Kasse…es wird keine Kassen mehr geben. Wir packen die Sachen ein und gehen einfach, abgerechnet wird digital. Durch das eben abgeschlossene Bonussystem mit ein paar Prozenten Rabatt in der Tasche und der Erlaubnis, künftig noch mehr Werbung des Ladens erhalten zu dürfen. Für Datenschützer der Graus schlechthin, aber wohl unvermeidlich, weil der normale Bürger sich in Zukunft schon lange nicht mehr um Anonymität im Netz schert (scheren kann).

Läden werden übrigens zu optischen Highlights werden. Die Stadt wird bunter. Viel Bunter. Entweder durch digitale Schaufenster, die Hochglanz-Werbung anzeigt oder aber durch digital eingeblendete Elemente in unserer Brille. Es werden so viele Menschen mit Brille umherlaufen, dass normale Brillenträger gar nicht mehr auffallen werden. So lange, bis das Augen-Implantat oder zumindest die digitale Kontaktlinse so weit ist. Die Chance für jedes 4-Auge. 😉

Übrigens wird das Finden eines Geschäfts oder Gebäudes ein Kinderspiel in Zukunft werden. Unser digitaler Helfer blendet uns den Weg dazu schon ein. Das Navi für Fußgänger wird endlich praktikabel.

Augmented Reality ermöglicht uns das digitale Erfassen unserer Umgebung. Restauranttipps inklusive.

Allein an diesen Beispielen (wenn auch manchmal ein wenig überspitzt dargestellt, sind diese Beispiele nicht an den Haaren herbeigezogen) sieht man wie sich unser Leben als Konsument verändern wird. Natürlich hat jeder die Chance dem Ganzen zumindest ein Stück weit zu entgehen. Niemand muss diese Devices nutzen. Aber durch fremd-platzierte Geräte, wie digitale Schaufenster, werden wir nicht umhin kommen, diese auch zu nutzen.

Digitale Assistenten werden immer dabei sein

Wer denkt, dass es heute schon viele Menschen gibt, die ihr Smartphone nie aus der Hand legen können, der wird mit Grausen in die Zukunft schauen. Es wird vielleicht nicht unbedingt mehr Smartphone Nutzer geben. Aber dafür rennen haufenweise Menschen mit Datenbrillen in der Gegend herum. Und die anderen wissen alle nicht, was die sich gerade ansehen, mit wem sie kommunizieren, ob sie etwas filmen, fotografieren oder auch nur auf dem Weg zu U-Bahn Nachrichten lesen. Jede Menge Konfliktpotential für Pärchen, bei denen ein Teil nicht vom digitalen Helfer lassen kann und der andere doch gerne offline Beisammensein bevorzugt. Die volle Aufmerksamkeit des Anderen wird zum Luxus.

Digitale Assistenten können per AR eingeblendet werden um uns Service zu bieten oder bei Probleme zu helfen.

Künstliche Intelligenz wird unser Leben bestimmen

Wer denkt, dass das alles schlimm klingt, der hat vielleicht noch nicht daran gedacht, dass wir in Zukunft alle fremdgesteuert werden von künstlichen Intelligenzen. Ja, richtig gehört: Die Forschung an künstlichen Intelligenzen läuft derzeit auf Hochtouren. Große Unternehmen wie Google oder Facebook stecken Milliarden in die Erforschung von nicht-menschlichen Gehirnen um uns noch ein bisschen besser verstehen und gezielter bewerben zu können. Die Forschung ist mittlerweile schon so weit, dass prominente Unternehmer und Wissenschaftler vor zu schlauen Maschinen warnen und für eine Begrenzung der künstlichen Möglichkeiten plädieren. Natürlich ohne Erfolg, weil jede Menge Geld winkt, wenn man auf diesem Feld führend ist.

Künstliche Intelligenz wird ein elementarer Baustein in der Augmented Reality der Zukunft werden. Erst dadurch werden Unternehmen in der Lage sein uns voll und ganz zu verstehen. Unsere Vorlieben zu erfahren, unsere Abneigungen, unsere finanziellen Möglichkeiten berechnen und unser soziales Umfeld kennen. Wir werden viel gläserner als jetzt schon und dadurch wird Augmented Reality richtig mächtig. Was hilft es uns, wenn wir beliebige Informationen und Werbung präsentiert bekommen, wenn wir doch viel gezielter angesprochen werden können. So wie Facebook schon heute Werbung spitz in der passenden Zielgruppe eines Unternehmens ausspielen kann. Die Daten hat Facebook und weiß sie mit künstlicher Intelligenz zu nutzen.

Mögliche Anwendungsgebiete von Augmented Reality

Google Maps zeigt uns den Weg zum nächsten Gemüsehändler direkt im Blickfeld

Es ist aber nicht alles schlimm bei Augmented Reality. Das will ich hier auch gar nicht rüberbringen. AR wird unser Leben so bereichern, wie wir es uns heute noch kaum vorstellen können. In 20 Jahren werden wir darüber lachen und uns fragen, wie wir jemals ohne auskommen konnten. Ein weiteres Beispiel? Die geliebte Ehefrau meldet sich nach Feierabend und benötigt noch schnell ein paar Zucchini und Zwiebeln für das Abendessen. Sie schickt die digitale Einkaufsliste durch und wir sehen auf dem Weg durch die Innenstadt auf unserem Google Glass, wie Google Maps uns den Weg zum nächsten Gemüsehändler oder Supermarkt anzeigt. Und er zeigt uns nicht nur den Weg, nein der digitale Helfer prüft auch gleich, ob der Laden offen hat, wie lange die Schlange an der Kasse ist und ob denn die Produkte überhaupt noch vorrätig sind. Gut beim Gemüsehändler wird die Digitalisierung vermutlich noch ein wenig länger dauern.

Navigation wird durch AR deutlich vereinfacht. Entweder wie hier zu sehen durch die Nutzung von Apps auf Smartphones oder AR-fähige digitale Brillen.

Der Blick aus Flugzeug-Fenstern zeigt Infos über die Gegend

Hast du auch schon mal im Flugzeug gesessen, aus dem Fenster geschaut und dich gefragt, was du da eigentlich gerade unter dir vorbeifliegen siehst? In Zukunft wirst du es wissen. Entweder indem du durch deine Datenbrille schaust oder indem Fluglinien schon digitale Fenster anbieten, die dich ausführlich darüber informieren, wo du dich gerade befindest und welcher der höchste Berg ist, den du am Horizont vorbeiziehen siehst.

Der komplizierte Weg zur nächste U-Bahn-Haltestelle wird virtuell auf dem Fußboden markiert

Du kennst das sicher auch: Du bist unter Zeitdruck und musst schnell zur nächsten U-Bahn oder zum nächsten Bahngleis. Du kennst dich aber nicht aus, weil du fremd an diesem Bahnhof bist. Den Stress können wir uns in Zukunft sparen, weil unser elektronisches Device weiß, wo wir hin müssen und uns automatisch den Weg in unser Sichtfeld einblendet. Inklusive Restzeit, die noch verbleibt, die die Bahn fährt und Berechnung ob wir uns noch schnell einen Kaffee besorgen können, bevor es weitergeht.

Dauerberieselung wird unser Leben bereichern und belasten

Durch Augmented Reality werden wir in Zukunft dauerberieselt mit Informationen und Entertainment. Wir werden das Fernsehen in die Datenbrille mitnehmen, wenn wir die letzte Sendung nicht zu Hause zu Ende schauen konnten. Werbung wird uns überall präsent sein. Und zwar bewegt und vielleicht auch mit Ton, den man nur mit dem passenden Device hört. Die Dauerberieselung mit Informationen wird unser Leben bereichern und gleichermaßen belasten, weil wir der Informationsflut kaum entkommen können. Außer wir verzichten bewusst auf die Annehmlichkeiten von AR.

Spiele werden revolutioniert

Wer gerne zockt, der freut sich sicher sehr auf Augmented Reality. Schon Pokemon Go hat gezeigt, in welche Richtung in Zukunft das Gaming tendieren könnte. Aber das war natürlich nur der Anfang. Strategiespiele werden in unserem realen Leben stattfinden. Drachen werden durch unseren Vorgarten laufen und wir hinterher um sie zu bekämpfen. Überall begegnen uns Rollenspieler, die Aufgaben lösen, die andere in die reale Welt implementiert haben. Geocaching auf einem ganz anderen Level wird möglich sein. Der Markt der Computerspiele wird nochmal größer werden, weil auch Menschen mitspielen wollen, die bisher nichts mit Gaming am Hut hatten. Auch das hat Pokemon Go schon gezeigt. Leute, die noch nie gezockt haben, waren plötzlich mit dem Smartphone auf der Straße auf der Jagd nach digitalen Monsterchen.

Spiele werden mit echten Gegenständen interagieren. Wie hier ein Wissensspiel, welches auf einem echten Globus Sehenswürdigkeiten einblendet.

Singles gehen mit der virtuellen Freundin aus

Singles werden im Park mit ihrem virtuellen Partner spazieren gehen. Ganz im Stile von „Her“. Gleichzeitig wird aber die Partnersuche revolutioniert. Durch Einblendung von Status und Interessen, während wir uns im wahren Leben bewegen. Tinder quasi in Real Life. Ähnlich der Bluetooth App, die vor ein paar Jahren die Runde gemacht hat, mit der Leute anderen in Bluetooth Reichweite anzeigen konnten, dass sie für eine Kontaktaufnahme offen sind.

Das Filmen und Entertainment werden realistischer

Durch AR betriebene Brillen werden wir Momente erneut erleben können. Grenzen zwischen AR und VR verschwimmen. Wir werden unsere Erlebnisse virtuell live teilen. Andere werden dabei sein, obwohl sie an einem anderen Ort sind. Ob das der Geburtstag des eigenen Kindes ist, dem man nicht beiwohnen kann, weil man gerade auf Geschäftsreise ist. Oder aber das Konzert, welches man krankheitsbedingt nicht besuchen kann. Fußballspiele werden wir ansehen können, als wären wir live dabei im Stadion. Dabei stehen wir nur vor einer großen Wiese in unserem Park vor der Haustüre.

Automechaniker werden virtuell Ersthilfe leisten

Bleibt man mit dem Auto liegen, kann der Automechaniker durch unsere Brille sehen und uns genau Anweisungen geben, wo wir hinlangen müssen, damit das Auto wieder fahrtüchtig wird. So wird die Ersthilfe deutlich schneller und kostengünstiger möglich sein. Nur in aussichtslosen Fällen muss der Mechaniker noch vor Ort sein.

Polizeibeamte werden durch Echtzeitgesichterkennung neue Möglichkeiten der Verbrechensbekämpfung haben

Was wäre das für ein Vorteil, wenn Polizisten durch die Straßen gehen und in ihrer Datenbrille den Hinweis erhalten würden, dass ihnen gerade ein gesuchter Verbrecher entgegenkommt? Natürlich müsste dieses System einwandfrei arbeiten, um nicht ständig falschen Verdächtigungen ausgesetzt zu sein. Im Falle einer Tatortuntersuchung kann die Spurensicherung Experten an jedem Ort der Welt per AR mit in die Untersuchung einbinden. Das passiert jetzt schon, bzw. wird aktuell von der holländischen Polizei getestet.

Möbeleinkäufe finden im eigen Heim statt

Am häufigsten wird derzeit im Rahmen der AR-News über IKEA berichtet, die eine spezielle AR App entwickelt haben, mit deren Hilfe man im eigenen Zuhause die erhältlichen Möbel platzieren kann. Smartphone oder Tablet werden nur an die entsprechende Stelle im Wohn- oder Schlafzimmer gehalten und schon weiß man, ob die Maße der Möbel passen und die Couch oder der Schrank zum restlichen Mobiliar.

Mit einer App wie dieser will IKEA das Einrichten des heimischen Wohnzimmers komfortabler machen und eine Entscheidungshilfe für die schwedischen Möbel geben.

Wir werden im Auto vor Stau und Unfälle gewarnt – in unserer Windschutzscheibe

Autos hochpreisiger Hersteller bieten heute schon Augmented Reality in ihren Windschutzscheiben. Diese Technologie wird Einzug in alle Fahrzeuge jeglicher Klassen nehmen. Sind wir nicht sowieso schon alle mit Autopilot in 20 Jahren unterwegs, warnt uns die Windschutzscheibe vor Unfällen, blendet Fußgänger bei schlechter Sicht hervorgehoben ein und warnt vor einem nahenden Stauende.

Das Navi im Auto wird ebenso über die Windschutzscheibe eingeblendet

Unser Navigationssystem im Auto wird sicher nicht mehr über das Smartphone genutzt und auch nicht über externe Navis wie TomTom und Co. Das Navi wird direkt in das Sichtfeld eingeblendet. Bei Bedarf zeigt die Windschutzscheibe auch gleich, wo wir uns aktuell befinden, welche Sehenswürdigkeiten links und rechts zu sehen sind und wo man einen Parkplatz findet.

Im Ausland werden fremde Sprachen automatisch übersetzt eingeblendet oder zu hören sein

Google hat erst kürzlich Kopfhörer vorgestellt, mit deren Hilfe eine Art Simultan-Übersetzung möglich ist. In einigen Jahren wird diese Technik so weit sein, dass wir uns problemlos mit Menschen aus fremden Ländern unterhalten können, ohne deren Sprache zu sprechen. Das wird die Art und Weise wie Unternehmen länderübergreifende Kooperationen durchführen revolutionieren. Ebenso wird das Reisen komfortabel. Die Zeiten von Sprachführern werden vorbei sein. Überlagerte Sprache ist auch Augmented Reality. Nicht visuell, aber audio.

Einkaufslisten für Gerichte werden automatisch der Einkaufsliste hinzugefügt

Natürlich wird auch die Art und Weise der Informationsbeschaffung unser Konsumverhalten beeinflussen. Lesen wir von leckeren Gerichten in Magazinen oder im Internet, können wir uns die Zutaten dazu direkt auf unseren virtuellen Einkaufszettel schreiben lassen. Nur durch Betrachten des Rezepts. Ganz nebenbei schicken wir das dann an unseren Partner, damit auch der sich freuen kann, was es abends zu Essen gibt oder, wie oben bereits andersherum beschrieben, schnell die Zutaten einkaufen kann.

Werbeplakate werden leben

Die Zeiten von langweiligen statischen Werbeplakaten und -säulen wird vorbei sein. Überall wird Bewegung sein, vor allem wenn wir das wollen und daher eine Datenbrille oder entsprechende Kontaktlinsen tragen. Nur das Offline gehen wird uns vor der Überforderung mit Bewegtbild und zu viel Informationen schützen können.

Augmented Reality wird unser Leben bunter und bewegter machen. Auch genannt: Hyperrealität.

Magazine werden leben

Und weil Zeitschriften und Zeitungen sowieso mit immer weniger Auflage zu kämpfen haben, werden auch die Offlinemedien immer mehr AR fähig gemacht. Man betrachtet die Rezension eines neuen Filmes und kann sich direkt den Trailer dazu anschauen. Zu den im Artikel erwähnten Schauspielern lassen sich ohne Umschweife Zusatzinformationen und Bilder anzeigen. AR wird die Grenzen zwischen Online und Offline weiter aufbrechen. Man konsumiert kaum mehr nur in eine Richtung. Der Griff zum Smartphone wird überflüssiger.

Bücher werden Bewegtbild zeigen

Und weil wir unsere Kinder bestmöglich unterhalten wollen, bewegen sich auch die Figuren in den Büchern, die wir ihnen gerade vorlesen. Oder aber die Protagonisten tummeln sich virtuell per AR eingeblendet auf der Bettdecke im Kinderzimmer, während wir der Story unsere Stimme verleihen.

Pflanzenkrankheiten per Ansicht erkannt

Hat man keinen grünen Daumen, ist das kein Problem. Die passende App erkennt automatisch die Krankheit der Pflanze nur durch betrachten dieser und schlägt Rettungsmaßnahmen vor.

Sternenbilder und Himmelsrichtungen visualisiert

Apps mit Sternenbild-Erkennung gibt es bereits seit einiger Zeit. Das ist auch eine Art der Augmented Reality. Mit Hilfe von Datenbrillen können wir uns aber nicht nur immer und überall einen spektakulären Blick auf die Sterne an die Zimmerdecke projizieren, sondern lassen uns beim bloßen Blick in den Himmel die Himmelsrichtung und jegliche Sternzeichen anzeigen. Wo und wann die Raumstation ISS zu sehen ist, wird natürlich auch verraten. Sternegucken wird einfach viel spektakulärer als jetzt.

Trecking und Wandern navigatorisch erleichtert

Wer kennt es nicht: Man wandert und verliert die Route, weil der Routenmacher entweder schlecht beschrieben hat oder die Markierungen an Bäumen und Steinen plötzlich aufhören. Mit der passenden Wander-App und Datenbrille wird das überhaupt kein Problem mehr sein. Der falsche Weg wird rot markiert, der Richtige grün. Verlaufen wird eher den Menschen vorbehalten sein, die offline unterwegs sind (und sein wollen).

Die Medizin wird Fortschritte machen

Übrigens ist der Gang zum Hausarzt gar nicht mehr unbedingt nötig, wenn es sich nur um kleinere Leiden handelt. Der Arzt kann auch virtuell Untersuchungen durchführen. Natürlich wird man Karies nur in der Praxis durch persönliches Bohren des Zahnarztes los. Aber die Prüfung ob denn der Leberfleck auf der Hand bösartig sein könnte oder auch der übliche Gang zum Hausarzt um sich wegen einer Grippe krankschreiben zu lassen, wird immer öfter eher per virtueller Zusammenschaltung passieren. Das spart Zeit und Geld auf allen Seiten. Ärzte haben dann virtuelle und physische Sprechstunden.

An der TU München arbeiten Forscher schon einige Zeit an Augmented Reality Systemen, die es Ärzten zB erlauben während der Operation nur durch Blick durch eine Datenbrille ins Innere des Menschen zu sehen. Derzeit ist das ja umständlich durch Endoskope und den Blick auf extra Monitore möglich. Durch AR wird das aber deutlich vereinfacht und ermöglicht nicht nur die Ansicht, sondern auch gleich die Erweiterung der Realität. Zum Beispiel durch Einblendung von Markierungen an Stellen, die zu behandeln sind. Durch Einblendungen, was denn wirklich wo zu sehen ist. D.h. der Arzt wird an die Hand genommen und kann weniger Fehler machen, schneller und sauberer operieren. Gleichzeitig ist eine 100%ige Protokollierung des Eingriffs möglich.

In dieser Zukunftsversion wird per AR das Innere des Patienten angezeigt. Das eröffnet neue Möglichkeiten der Behandlung.

Fazit zu Augmented Reality und dem was uns erwarten könnte

Ob das alles tatsächlich so passieren wird, weiß ich nicht. Natürlich habe ich einiges überspitzt dargestellt und ins Blaue hinein spekuliert. Aber die Anwendungsmöglichkeiten von AR und VR sind in der Theorie tatsächlich nicht weit entfernt von dem was ich prognostiziere. Die Frage ist dann ob es andere Techniken geben wird, die AR überholen werden, noch bevor das hier Beschriebene eintreten kann oder ob das tatsächlich DIE Technologie sein wird, die unser Leben in den nächsten Jahrzehnten maßgeblich positiv wie negativ beeinflussen wird.

Weil sehr viele Menschen diese neue Technik lieben werden, wird auch jeder immer mehr Daten von sich preisgeben. Es ist schlicht nicht möglich ohne Weitergabe des eigenen Status alle Annehmlichkeiten der AR und den damit zusammenspielenden Techniken zu nutzen. Ob es der aktuelle Aufenthaltsort für navigatorische Anwendungen ist oder das Übertragen von Videos des eigenen Sichtfelds auf Server in der Cloud um sie anderen zur Verfügung zu stellen … am Ende werden wir noch gläserner als wir jetzt schon sind. Wer damit ein Problem hat, wird nicht mitspielen können.

Die Möglichkeiten sind quasi unbegrenzt. Selbst das hier Beschriebene ist nur ein Bruchteil der möglichen Anwendungsgebiete. Und man kann sicher sein, dass jede Branche und jeder Bereich in unserem Leben AR nutzen oder anbieten wollen wird. Das mögliche Geschäft wird schon jetzt auf sehr viele Milliarden Euro pro Jahr geschätzt.

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