Teil 6: Die Wahl des richtigen Webhosters

Die Wahl des richtigen Webhosters

Kleine und Mittelständische Unternehmen (KMUs) müssen vor dem Launch ihrer ersten Internetpräsenz gegebenenfalls noch die Wahl des richtigen Webhosters klären. Worauf zu achten ist, erklären wir hier.

Eine kleine Grundlagenerklärung zu Beginn: ein Webserver ist quasi ein gut ausgerüsteter PC in einem Rechenzentrum mit Internetverbindung, auf dem eine oder mehrere Webseiten gespeichert sind und bei Bedarf an den gemeinen Surfer zu Hause ausgeliefert werden. Damit Ihre Webseite also online erreichbar ist, muss sie auf einem dieser Server liegen. Dieser Server kann bei Ihnen in Ihrem eigenen Rechenzentrum liegen, insofern Sie denn eines betreiben (in diesem Fall muss ich Ihnen vermutlich auch nicht erklären, was ein Webserver ist). Oder aber Sie suchen sich einen Webhoster, der Ihnen Platz auf einem seiner Webserver gegen Gebühr zur Verfügung stellt.

Darauf müssen Sie bei der Webhoster-Wahl achten

Bei der Auswahl des richtigen Webhosters für Ihre Firmen-Webseite kann man leider einiges falsch machen. Gerade wenn es die erste Webpräsenz ist, die man betreibt, kann man noch nicht einschätzen, welche Leistung man wirklich benötigt. Der Preis ist hierbei abhängig von diversen Leistungen wie z.B.

  • die garantierte Bandbreite
  • der Festplattenspeicher
  • der Arbeitsspeicher
  • die Anzahl anderer Kunden auf dem Server
  • die Datensicherung
  • die Inklusiv-Domains und SSL Zertifikate
  • den Traffic
  • die Anzahl Email-Postfächer und FTP-Accounts

Die wichtigsten Faktoren bei der Webhoster-Wahl

1. Die garantierte Bandbreite

Dieser Punkt ist zu vernachlässigen wenn Sie eine Webseite haben, die weder viel Leistung beansprucht (z.B. bei vielen Datenbankabfragen), noch viele Besucher hat. Je weniger Besucher, desto weniger Bandbreite benötigen Sie, um die angeforderten Seiten Ihrer Internetpräsenz auszuliefern. Wenn Sie viele Besucher erwarten, die viel klicken und vielleicht auch noch ein Content Management System verwenden, welches nicht das schnellste am Markt ist, dann sollten Sie hier darauf achten, die Bandbreite nicht zu niedrig zu wählen. Wählen Sie 10MBit/s, sind Sie vermutlich für die meisten Webseiten sehr gut bedient.

2. Festplattenspeicher

Haben Sie viele Daten zu speichern, brauchen Sie eine große Festplatte. So einfach ist das. Verwenden Sie viele Bilder auf Ihrer Firmenwebseite, die vielleicht auch noch hoch aufgelöst daherkommen, müssen Sie dementsprechend mehr Festplattenkapazität einplanen. Am besten Sie checken, wie groß Ihr Testsystem auf Ihrer Festplatte ist (oder fragen Ihren Entwickler wie groß dessen Testsystem ist) und rechnen ausreichend Puffer für die Zukunft dazu. Seien Sie bei diesem Punkt ruhig etwas großzügiger bei der Berechnung. Nichts ist ärgerlicher als eine zu klein gewordene Festplatte, auf einem ansonsten sauber laufenden System.

3. Arbeitsspeicher

Wie bei Ihrem PC zu Hause ist es auch auf einem Webserver wichtig, dass dieser genug Leistungsreserven hat. Die Größe des Arbeitsspeicher ist hierbei besonders wichtig. Arbeiten Sie mit einem Content Management System, welches eine Datenbankanbindung benötigt, haben Sie in der Regel höhere Anforderungen an den Arbeitsspeicher, als hätten Sie eine statische Webseite. Je mehr der Datenbankserver beansprucht wird (z.B. je mehr oder je größer die Abfragen sind, die an ihn gestellt werden), desto mehr zugewiesenen Arbeitsspeicher benötigt dieser.

Im übrigen ist Mangel an Arbeitsspeicher bei Webhostern oftmals der Grund, warum für größere Webseiten ein dedizierter Server verwendet wird, auf dem wirklich nur diese eine Webseite liegt. Auf einem Webserver, auf dem 16 Kunden Ihre Seiten liegen haben, können ganz einfach nicht so viel Speicher für sich beanspruchen. Dafür bezahlen sie dann auch deutlich weniger. Haben Sie keine Ahnung, wie viel Arbeitsspeicher Sie benötigen, vermuten aber einen riesigen Ansturm auf ihre Webseite, dann lassen Sie sich von Webhostern zu speziellen Lösungen beraten.

4. Die Anzahl anderer Kunden auf dem Server

Wie im letzten Abschnitt beschrieben, hängt viel der möglichen Leistung davon ab, wieviele Kunden den Webserver nutzen. Je mehr Kunden, desto weniger Leistung, desto billiger. Diese Zahl müssen Sie oftmals direkt bei Ihrem gewünschten Webhoster anfragen. Naturgemäß preisen Webhoster nicht an, wenn viele Kunden auf einem Server liegen.

5. Die Datensicherung

Stellen Sie sich vor, Sie vertreiben Trikots von Fußballvereinen und haben ein Top-Shopsystem aufgebaut, welches schon seit Monaten super Umsätze im Internet generiert. Sie möchten nun allen Bestellern von Trikots des 1. FC Nürnberg gerne eine Werbe-Email schicken, in der Sie weitere Fanartikel für den Club anbieten. Doch plötzlich stürzt der Webserver ab, die Festplatte ist defekt und Sie verlieren alle Daten der Kunden, weil Sie keine richtige Sicherung der Datenbanken haben. Eine Katastrophe!

Achten Sie also bei der Wahl des Webhosters und des Vertragspakets darauf, dass Sie ein automatisches tägliches Backup der Dateien und der Datenbanken haben. Gerade Datenbank-Backups werden bei billigen Tarifen oftmals weggelassen und somit nur die Dateien gesichert. Haben Sie keine Datenbanken, ist das kein Problem. Wenn doch, ist die richtige Datensicherung essentiell.

6. Inklusiv-Domains und SSL-Zertifikate

Sollten Sie noch keine Domain für Ihre Webseite haben oder planen weitere anzuschaffen, können Sie Geld sparen, wenn in dem Webhosting-Paket für Ihre Internetpräsenz bereits eine oder mehrere Domains inklusive sind. Diese können Sie beim Abschluss des Vertrags oder auch im Nachhinein ganz bequem dazubuchen. Selbst wenn Sie alle Inklusiv-Domains verbraucht haben, ist es oft günstiger weitere Domains über Ihren Webhoster zu erwerben, statt über einen Domainhändler.

Genauso verhält es sich mit SSL-Zertifikaten. Benötigen Sie eines, weil Sie den Datenverkehr verschlüsseln wollen (z.B. bei Kreditkarten-Bezahlungen), gibt es in vielen Paketen diese bereits inklusive. Allerdings oftmals in einer minimalen Variante. Bei SSL-Zertifikaten gibt es verschiedene Stufen der Authentifizierung und je nach Stärke dementsprechend höhere Preise.

7. Traffic

Achten Sie darauf, dass Sie unbegrenzten Traffic vertraglich vereinbaren. Traffic ist der Datenverkehr, der beim Abruf von Daten (Bilder, Texte, Seiten, …) und Datenbankabfragen anfällt. Sie können vermutlich sehr schwer einschätzen, wie viel Traffic Sie tatsächlich haben werden. Daher ist eine „Flatrate“ die sinnvollste Wahl.

8. Anzahl Email-Postfächer und FTP-Accounts

Wenn Sie noch keinen Email-Anbieter oder -Server haben, macht es durchaus Sinn, wenn Sie Ihren Email-Verkehr über Ihren Webhoster abwickeln. Er bietet Ihnen den Zugriff per Email-Programm oder über einen Webmail-Zugang. Haben Sie die Anforderung an eine bestimmte Anzahl an Postfächern oder Email-Adressen und dem Email-Speicherplatz, sollten Sie prüfen, ob das Webhosting-Paket diesen Anforderungen entspricht.

Genauso ist es mit den FTP Zugängen. Müssen mehrere Personen auf den Webserver zugreifen um Daten hochzuladen, benötigen Sie unter Umständen mehrere Accounts.

Fazit: Mit unseren 8 wichtigsten Kennzahlen haben Sie eine Übersicht darüber, worauf Sie bei der Wahl des richtigen Webhosters für Ihre Internetpräsenz auf jeden Fall achten sollten. Haben Sie speziellere Anforderungen, müssen Sie ggf. doch noch mehr Beratung bei den Webhostern einholen. Generell kann man sagen, dass billige Pakete (diese fangen bei 2-3€ pro Monat an) nur dann Sinn machen, wenn Sie wenig Anforderungen an Traffic, Datensicherung und Leistung haben.

Je höher die Anforderungen, desto höher der Preis. Man sollte hier lieber etwas höher ansetzen, als zu niedrig. Niemand will nach ein paar Wochen seinen Webhoster wieder wechseln, wenn es nicht unbedingt nötig ist. Haben Sie besonders hohe Anforderungen, können Sie sich einen managed Server mieten, auf dem dann tatsächlich nur Ihre Internetpräsenz liegt.

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