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Wie lange dauert es wirklich eine WordPress Website zu erstellen?

Neben den Kosten für eine WordPress Website ist es vor allem der zeitliche Faktor, der künftige Website-BetreiberInnen interessiert: Wie lange dauert es, bis aus einer Idee für eine Website dann auch WIRKLICH eine Website entstanden ist? Wie lange ist der Entwicklungsprozess und wo bleibt Zeit hängen? Das versuche ich dir hier näherzubringen.

WordPress Website Entwicklung – 2 extreme Meinungen

Während meiner Laufbahn als WordPress Programmierer bin ich vielen Menschen begegnet: andere EntwicklerInnen, GrafikerInnen, KundInnen, Agenturen etc. Alle haben/hatten unterschiedliche Vorstellungen darüber, wie lange es wohl dauert ein Projekt umzusetzen. Von 1 Woche bis 1 Jahr hat da die Bandbreite der Meinungen bestanden, einerseits aus Unwissenheit, andererseits aus Eigeninteresse. Nicht immer lag die Vorstellung auch wirklich in realistischen Zeit-Horizonten. Während KundInnen in der Regel vom schnellsten Fall ausgehen, sind es die Entwickler, die vom Worst Case ausgehen. Und das ist richtig so. Zeit etwas aufklären:


Was kostet bei der Erstellung einer WordPress Website Zeit?

Nicht jeder Prozess dauert gleich lang und nicht jeder Schritt auf dem Weg zum Endprodukt kann vorab 100% geschätzt werden. Das bedeutet als Entwickler muss ich versuchen mich einer Projektdauer anzunähern anhand von Erfahrungswerten. Ich weiß, dass folgende Schritte bei der WP-Website-Erstellung Zeit kosten (vereinheitlicht dargestellt):

  • Planung
    KundInnen und EntwicklerInnen müssen erst einmal definieren, was überhaupt benötigt wird und in eine (zumindest verständliche) schriftliche Form bringen. Manchmal sogar ein Pflichtenheft erstellen.
  • Angebotsfindung
    Anhand der Vorgaben muss ein Angebot erstellt werden. Auch das kostet Zeit bis die Umsetzung beginnen kann. Diese wird KundInnen meist nicht berechnet.
  • Briefing
    Vor und während der Umsetzung müssen KundInnen dem Entwickler(-Team) klar machen, was sie sich wirklich vorstellen und wie was umgesetzt werden soll. Die Absprache kostet viel Zeit.
  • Basis-Installation
    WordPress und nötige Plugins müssen installiert und eingerichtet werden.
  • Design und Umsetzung und mobile Optimierung
    Designs müssen vorgegeben oder gemeinsam erarbeitet werden. Es gibt Dummy-Ansichten, es gibt Korrekturläufe, es gibt Grafiker, die sich einschalten und mitreden und dann gibt es die Prüfung auf die Darstellung auf allen Endgeräten.
  • Security
    Eine WordPress Website muss abgesichert werden, damit die Website nicht bereits gehackt wird, noch bevor sie erfolgreich sein kann. Eine gute Security ist essentiell und nicht in 5 Minuten erledigt.
  • Einbau spezieller Features
    Sehr viel Zeit kosten spezielle Funktionen, die sich KundInnen so ausdenken. Hier geht es nicht um das Erstellen eines simplen Formulars oder einer einfachen Galerie. Es geht um Newsletter-Anbindungen, um geschlossene Bereiche, um Download-Areas, um Shops, etc.
  • Inhaltserstellung
    Natürlich kostet die Umsetzung der eigentlichen Inhalte sehr viel Zeit, vor allem wenn viele oder komplizierte Inhalte erstellt werden müssen. Wer 100 Unterseiten+ geplant hat (oft sind es auch alte Inhalte, die übernommen und überarbeitet werden müssen), der oder die muss auch mit einigen Stunden für die Umsetzung einplanen. Ich rechne meist pauschal mit 20-30 Minuten pro Unterseite, manche sind schneller eingebaut, andere dauern deutlich länger.
  • Migration
    Nicht selten sind es alte Websites, die neu erstellt werden. Dabei werden Altdaten migriert, importiert, überarbeitet. Diese Relaunch-Altlasten sind nicht zu unterschätzen. Vor allem dann, wenn man Daten von einem Pagebuilder zu einem anderen konvertieren muss, was meistens manuell passiert.
  • Datenschutz/DSGVO
    Selten das Lieblingsthema ist der Datenschutz und dennoch allgegenwärtig. Auch und gerade bei Websites sind der Datenschutz und im speziellen die DSGVO ein riesiges Thema. Das Sicherstellen von Datenschutz im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben ist und bleibt lästig und aufwändig (Stichwort: Cookie Consent).
  • Korrekturläufe
    Hat man alles erstellt oder Teilabschnitte erledigt, folgen die Korrekturläufe: KundInnen und EntwicklerInnen arbeiten Hand in Hand an der Prüfung und Korrektur bereits geleisteter Arbeitsschritte. Im schlimmsten Fall wird stundenlange Arbeit über den Haufen geworfen und neu angefangen. Oder aber man einigt sich darauf, dass alles passt. Zwischen diesen beiden Extremen ist immer alles möglich.
  • Problemlösungen (mit Herstellern von Themes und Plugins)
    Gerade bei Content Management Systemen wie WordPress kommt es häufig vor, dass fertige Plugins von verschiedenen Herstellern eingesetzt werden. Nicht alles läuft immer so wie gewünscht. Es gibt Fehler, schlechte Dokumentation, fehlende Features, etc. Dann muss mit dem Hersteller Kontakt aufgenommen und versucht werden das Problem zu lösen.
  • Performance
    Heutzutage ist es wichtig, dass Websites gut performen und ausreichend schnell sind. Google macht mit den Core Web Vitals Druck und verlangt eine gewisse Performance. Websites die zu lange laden werden schnell wieder verlassen. Die Performancemaßnahmen können, je nach Anspruch, sehr lange Zeit dauern oder schnell erledigt sein.
  • Mehrsprachigkeit
    Je mehr Sprachen, je komplexer die Website, desto länger dauert das Einrichten von Mehrsprachigkeit. Automatisierte Übersetzung ist noch immer nicht perfekt (und wird es vermutlich auch nie sein), daher muss auch hier noch viel manuell übersetzt werden. Manche Themes oder Plugins lassen eine lückenlose automatische Übersetzung manchmal nicht zu. Da muss man improvisieren. All das kostet Zeit.
  • Urlaub und Krankheit und einfach keine Zeit
    In all die Überlegungen über Dauer und Zeit für Arbeitsschritte berücksichtigt nicht, dass man manchmal nicht in einem Zug an einem Projekt arbeiten kann. Das betrifft sowohl AuftraggeberInnen, als auch ProgrammiererInnen oder Agenturen. Es kommen Urlaub, Krankheit oder andere Projekte dazwischen, die den Zeitplan über den Haufen schmeißen können.
  • Qualität von ProgrammiererInnen
    Natürlich ist auch die fachliche Qualifikation und auch die Geschwindigkeit der Person ein Faktor, die die Website baut. Es gibt richtig gute und auch richtig schlechte ProgrammiererInnen und WebdesignerInnen. Die Auswahl der richtigen Person ist wichtig und kann Projekte deutlich beschleunigen. Billig ist immer auch ein Risiko, das man ggfs. mit schlechter Qualität und zu langer Entwicklungszeit bezahlt.
  • Einarbeitung
    Ist die Website fertig, müssen KundInnen eingearbeitet werden: Ins System, die Inhaltserstellung, die technischen Besonderheiten, die Wartung, etc.
  • Liveschaltung
    Ist es dann geschafft, muss die Website aber auch erstmal live geschalten werden. Das heißt meistens migriert vom Test- auf ein Livesystem. Und dazu noch die Einrichtung von möglichen Weiterleitungen alter URLs oder aber auch Anpassungen beim Hoster (SSL und Co.).
  • Anmeldung bei Google
    Und ist die Site dann Live, muss sie noch der Suchmaschine bekanntgegeben werden. Dann ist es erstmal geschafft.

Dann gibt es noch Spezialfälle wie Shops:

  • Basis Einrichtung Shop
  • Einrichtung rechtliche Parameter
  • Korrespondenz-Mails
  • Schnittstellen
  • Produkte und Variationen
  • Bezahlanbieter implementieren
  • und und und…

Und wird es noch spezieller: wie im Fall von Communities, Lernplattformen, Co-Working Spaces im Netz, …:

  • Rechte-Management
  • technische Voraussetzungen für Barrierefreiheit schaffen
  • Server-Erreichbarkeit
  • Support-Anbindung
  • Hosting-Migrationen

Du siehst, es gibt unheimlich viele Punkte und Unbekannte die geklärt werden müssen, bevor überhaupt ein Angebot geschrieben werden kann. Geschweige denn davon, was auch wirklich zeitlich konkret eingeschätzt werden kann. Eigentlich muss jeder einzelne Punkt bis ins kleinste Detail besprochen werden, bevor überhaupt eine zeitliche und geldliche Einschätzung gegeben werden kann. D.h. es ist unheimlich schwer aus der Hüfte zu schießen, wie lange so ein Projekt wohl dauern wird.


Wie lang ist der Zeitraum von Planung bis Liveschaltung einer WordPress Website?

Mal ganz abgesehen davon, dass man auch immer damit rechnen muss, wenn man bei EntwicklerInnen eine neue Website anfragt, dass sie erst noch eine Zeit lang ausgebucht sind, muss man immer mit Mindest-Umsetzungszeiten kalkulieren:

Je größer die Website desto eher wird sie mehrere Monate benötigen, bis sie umgesetzt ist. Ich rechne selbst bei kleinen Websites mit 4-12 Wochen. Weil einfach immer Unbekannte vorhanden sind, die Projekte ins Stocken geraten lassen können. Mir selbst passiert es immer wieder, dass KundInnen schlichtweg andere Prioritäten dazwischen schieben und so Zeitpläne nicht eingehalten werden. Mein extremster Fall war eine kleine Website, die nicht länger als 3-4 Wochen hätte dauern müssen: Sie wurde erst nach 12 Monaten fertig, weil von Kundenseite kein Feedback möglich war. D.h. es hängt nicht nur an der entwickelnden Person, sondern nicht selten auch an AuftraggeberInnen.

D.h. ein Umsetzungszeitraum von 4 Wochen bis 12 Monaten sind keine Seltenheit, je nach Anforderungen und Verfügbarkeiten beider Parteien. Konkreter ist es leider über den Daumen gar nicht zu sagen.


Wie viele Stunden dauern WordPress Websites?

Ich kann auch hier nur Richtwerte geben, auf die mich bitte niemand festnagelt. Im Vergleich zu früher haben sich die Zeiten für die Umsetzung von WordPress Websites deutlich verkürzt. Full-Site-Editing und immer bessere Themes und Plugins und nicht zuletzt das neue Block-System von WordPress haben es Entwicklern und Website-BetreiberInnen ermöglicht in kurzer Zeit viel von der oben stehenden Liste abzuarbeiten.

Ich schätze die Erstellung einer kleinen Website immer auf mindestens 15 Stunden Zeit. Wir reden hier aber wirklich von kleinen Websites, die nicht mehr als 10 Inhaltsseiten und keine speziellen Features haben. Wobei das Einrichten des Basis-Systems, das Installieren des Themes und die optische Gestaltung durch ein fertiges Premium Theme, die meiste Arbeit abnehmen und vor allem in den Feinheiten Zeit verloren geht. Also für die Sicherheit, den Datenschutz, einzelne Darstellungsprobleme die gelöst werden müssen. Dazu noch die Liveschaltung und Anmeldung bei Google etc. Da kommen ganz schnell ein paar Stunden zusammen, die nichts mit den eigentlichen Inhalten zu tun hat. Je größer das Projekt, desto mehr Stunden:

kleines Projekt >= 15 Stunden

  • wenig bis keine speziellen Features
  • max. 10 Unterseiten
  • Premium oder Full-Site-Editing Theme

mittelgroßes Projekt >= 50 Stunden

  • einige Features bis 1 Spezialfeature (wie z.B. ein Filter für Inhalte)
  • max. 20-30 Unterseiten
  • Premium oder Full-Site-Editing Theme

großes Projekt >= 100 Stunden

  • Spezielle Features wie Shops, besondere Formulare, Mitgliederbereiche, Lernplattformen, etc.
  • 100 Unterseiten+
  • Premium oder Full-Site-Editing Theme

Eigenes Design >= ?

Ein eigenes Design von einem Grafiker erstellen und dann umsetzen zu lassen kostet RICHTIG viel Zeit. Mit etwas Glück kann auch hier vieles durch das Block-System und Full-Site-Editing abgekürzt werden. Nicht selten müssen aber auch spezielle Blocks entwickelt, mobile Darstellungen optimiert und Features entwickelt werden, die nur in den Köpfen von Geschäftsleitung, Marketing und Grafikern entstanden sind. Das kann durchaus mal dutzende Stunden Aufwand bedeuten um NUR die Optik zu erreichen.

In meinem Alltag als WordPress Entwickler spielt das kaum mehr eine Rolle, weil ich mich vor allem auf kleine bis mittelgroße Projekte konzentriere. Meine KundInnen haben selten das Budget für eigene Designs. Und aus meiner Erfahrung ist das auch meistens der richtige Weg mit dem besten Zeit/Kosten/Aufwand-Nutzen.


Wie viel Zeit muss dann aufgewendet werden für die Wartung?

Und nach der Website-Erstellung geht es darum die Website zu warten: Es ist nicht getan damit eine Website zu erstellen (das ist übrigens nicht nur bei WordPress so, sondern auch bei anderen Content Management Systemen). WordPress, Theme und Plugins müssen gewartet und aktualisiert werden, damit sie nicht veralten und Probleme machen. Werden Plugins mal nicht mehr weiterentwickelt, müssen sie getauscht werden. All das kostet extra Zeit, die dauerhaft anfällt und entweder selbst übernommen oder einem Fachmann für WordPress übertragen wird.


Fazit

Die Erstellung einer WordPress Website kostet Zeit: Von wenigen bis viele Stunden. Von ein paar bis zu vielen Wochen oder Monaten. Wie viel Zeit hängt ganz konkret von den Anforderungen ab. Und auch von der Person, die die Website entwickelt. Je schneller in guter Qualität gearbeitet werden kann, desto eher ist das Projekt fertig. Je mehr Zeit AuftraggeberInnen dem Projekt widmen können, desto schneller geht es live. Viele Unbekannte, leider keine ganz konkrete Antwort.


Bild von mohamed Hassan auf Pixabay

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Letzte Version vom 8. Juni 2022 von Netzgänger

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