WordPress Blog verschoben, jetzt geht die Webseite nicht mehr.

Problem: Kundin XY hat ihren WordPress Blog von ihrem Webhoster auf eine neue Domain umziehen lassen. Nun läuft der Blog zwar unter einer neuen Domain, aber leider werden Fehler angezeigt und sie kann sich nicht mehr in das WordPress Dashboard einloggen. Was kann die Kundin tun?

UmzugsserviceEinige Webhoster bieten einen Umzugsservice für WordPress Webseiten an. Das kann ein Umzug von einem anderen Webhoster sein oder auch nur das Umschreiben auf eine neue Domain, während man weiterhin bei seinem alten Webhoster bleibt. Das Problem ist, dass es mancher Webhoster beim Umzug einer WordPress Webseite nicht allzu genau nimmt mit dem üblichen Prozedere, wie eine WP Webseite umgezogen werden sollte.

Idealfall eines WordPress Umzugs

  1. Umzug der vollständigen Daten
  2. Korrektes Umschreiben der Domain URL Einträge in der DB (insofern die Domain sich ändert)
  3. Korrektes Umschreiben des absoluten Server-Pfades (insofern sich der Server ändert)

Oft werden die Datenbankeinträge schlicht mit einem Suchen & Ersetzen Befehl geändert, was bei vielen Webseiten Probleme macht. WordPress speichert serialisierte Daten (z.B. bei der Nutzung von Widgets), was nur mit speziellen Plugins wie z.B. WP Migrate DB Pro (<20% Rabatt über diesen Link) berücksichtigt werden kann.

Mir sind auch schon Webhoster untergekommen, die sich nicht einmal die Mühe gemacht haben die Datenbankeinträge zu ändern, sondern einfach nur in der wp-config.php die folgenden Einträge gesetzt haben.

define('WP_SITEURL', 'http://www.neue-adresse.de');
define('WP_HOME', 'http://www.neue-adresse.de');

Das kann gut gehen und auf den ersten Blick funktionieren. In den allermeisten Fällen geht es aber leider nicht gut und der WordPress Blog oder die Webseite funktioniert nicht mehr wie gewünscht.

Das passiert, wenn man die Datenbankeinträge von WordPress bei einem Umzug nicht korrekt umschreibt:

  • Es ist kein Login mehr möglich
  • Es werden keine Widgets mehr angezeigt
  • Bilder werden als kaputt angezeigt
  • Die CSS Datei wird nicht geladen
  • Das Backup-Plugin funktioniert nicht mehr
  • Das Caching-Plugin funktioniert nicht mehr
  • usw.

Was tut man, wenn der WordPress Umzug fehlgeschlagen ist?

Wenn der Umzug bereits durchgeführt wurde, dann hat man verschiedene Möglichkeiten, je nachdem, welche Voraussetzungen bestehen:

Alter Webhosterzugriff ist noch vorhanden, Domain bleibt gleich:

In diesem Fall macht man den Blog oder die Webseite beim alten Webhoster wieder über eine Subdomain verfügbar und versucht mit den oben genannten Einträgen in der wp-config.php sich in das Dashboard einzuloggen. Mit z.B. Migrate DB Pro schreibt man die Datenbank um und ersetzt den absoluten Pfad. Da die Domain bestehen bleibt, muss diese nicht umgeschrieben werden. Beim neuen Webhoster importiert man die migrierte Datenbank.

Mancher fragt sich vielleicht, warum nicht das Umschreiben der Datenbankeinträge per Plugin in der umgezogenen Webseite durchführen? Weil man nicht weiß was der Webhoster mit den eigenen Daten gemacht hat und ob damit nicht kaputte Einträge noch kaputter umgeschrieben werden. Dann lieber die Originaldaten umschreiben und diesen Umweg gehen.

Alter Webhoster ist noch vorhanden, Domain hat sich geändert:

Man verfährt gleichermaßen, indem man beim alten Webhoster die Webseite per Subdomain verfügbar macht und schreibt dann per Migrate DB Pro sowohl den absoluten Pfad, als auch die Domain um. Hier bitte auch auf Schreibweise der Domain achten (mit www. oder ohne www.). Die migrierte WordPress-Datenbank importiert man wieder beim neuen Webhoster.

Alter Webhoster ist NICHT mehr verfügbar, die Domain hat sich geändert, Login ist nicht mehr möglich:

Hier trägt man wieder die neue Domain in die wp-config.php ein (siehe oben) und versucht sich so in das WP-Dashboard einzuloggen. Anschließend verfährt man auch hier wie mehrfach genannt mit WP Migrate DB Pro (<20% Rabatt über diesen Link).

Was tun, wenn trotz der beiden Einträge in der wp-config.php gar kein Login mehr in WP möglich ist?

Hat mein gar keinen Zugriff mehr (weder auf die umgezogene Webseite, noch auf die alte Webseite beim früheren Webhoster) muss man folgend vorgehen: In dem Fall muss man in den sauren Apfel beißen und per Suchen & Ersetzen die Datenbank umschreiben. Hierbei werden sich dann zwar Einträge wie die Widgets verabschieden, aber mit etwas Glück bekommt man die Webseite wieder zum Laufen und muss nur ein paar Einstellungen wieder vornehmen (wie z.B. auch Themeeinstellungen).

Suchen & Ersetzen Notlösung für WordPress-Webseiten

Dazu loggt man sich über den Webhoster in die Datenbank-Administrationsoberfläche PHPMyAdmin ein und exportiert die komplette Datenbank als .sql Datei. Man öffnet diese mit einem Texteditor und arbeitet dort mit Suchen & Ersetzen. Dabei tauscht man sowohl die alte Domain aus, als auch den alten absoluten Serverpfad. Anschließend importiert man wieder das SQL File. Achtung: Bitte nie den ursprünglichen Export überschreiben, sondern als Datensicherung behalten, falls etwas schief geht. Ansonsten kann es sein, dass der Worst-Case eines Totalverlustes eintritt.

Wie erhalte ich den absoluten Pfad?

Man legt eine PHP Datei auf dem neuen Webserver an und ruft diese über den Browser auf. Code:

<?php
echo dirname(__FILE__);
?>

Und wenn man gar nicht mehr weiterkommt?

Dann fragt man am besten einen Fachmann, der sich mit WordPress-Umzügen auskennt.

2 Kommentare

  1. Jan sagt:

    Meiner Erfahrung nach geht so ein Umzug bei Laien öfter mal schief. Deswegen ein virtueller Daumen nach oben für diesen hilfreichen Beitrag.

  2. Alex L sagt:

    Hallo,
    ich bin damals auch von einem Webhoster zum anderen umgezogen und das war meine Domain Internetblogger.de. Ich kann mich noch entsinnen, dass ich die Datenbank nur per SSH einspielen konnte, weil sie über 200 MB gross war. Nach 8 Jahren mit dem Blog auch verständlich bei den ganzen Bildern. Viel machen musste ich nicht. Ich habe die Domain umgezogen, die Datenbank eingespielt, vorher WordPress installiert und nach ein paar Fehlermeldungen war die Seite wieder da wie vorher.

    Ach ja noch sehr wichtig, das Verzeichnis wp-content wieder hochzuladen. Dort sind ja all die Bilder und Plugins und Themes. Daher vorher beim alten Webhoster alles backupen. Die Datenbank umschreiben, musste ich zum Glück nicht. So war es bei mir und allzu oft umziehen, möchte man doch nicht, denn es ist viel Arbeit.

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