Wie hoch sind die Kosten für eine WordPress Webseite?

Als WordPress-Entwickler habe ich täglich Anfragen für neue Webseiten. In der Regel weiß kaum ein potentieller Kunde, mit welchen Kosten er bei einer WordPress-Webseite rechnen muss. Selbst wenn die Anforderungen fest definiert sind, fehlt meist der Überblick über den Markt an WordPress-Entwicklern oder -Agenturen, um einschätzen zu können, wie viel Geld man am Ende tatsächlich auf den Tisch legen muss für eine professionelle Webseite. Ich versuche hier ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen.

Gute WordPress-Entwickler haben ihren Preis

Unter WordPress-Programmierern herrschen teilweise massive Unterschiede bei den Preisen. Es gibt Vertreter der Zunft, die > 100€ die Stunde verlangen und Projekte unter 20 Stunden gar nicht erst annehmen bzw. diese darunter auch nicht anbieten würden. Das ist verständlich, da WordPress-Entwickler sehr gefragt sind und man sich die Kunden beinahe aussuchen kann.

Andere Entwickler gehen mit Dumpingpreisen hausieren. Gerade auf Freelancerportalen sind diese sehr aktiv. Meiner Ansicht nach muss ein etablierter WordPress-Entwickler seine Dienste nicht bei solchen Portalen anmelden um an Aufträge zu kommen. Wer gut arbeitet und im Web auch mit einem vernünftigen Webauftritt vertreten ist (und auch vor dem einen oder anderen kostenlosen Tipp via Blog nicht zurückschreckt), der wird aktuell mit Anfragen überschüttet und kann seinen Stundensatz vernünftig ansetzen.

Wer unter 50€ die Stunde arbeitet, ist entweder auf das Geld nicht angewiesen oder weiß es nicht besser. Hier heißt es eher: Finger weg. Das Risiko auf die Nase zu fallen ist zu groß.

Was wird bei WordPress-Webseiten berechnet?

Was der Entwickler tatsächlich bei einer Webseite berechnet, ist unterschiedlich. Hier aber das was ich in Rechnung stelle und auch schon bei anderen Kollegen so gesehen habe. Eine Beispielaufstellung einer typischen einfachen WordPress-Webseite:

  • Einrichtung WordPress auf dem Webspace des Kunden (ab 80€)
  • Absicherung durch Securitymaßnahmen (ab 80€)
  • Einrichtung eines Backups (ab 20€)
  • Erstellung eines Themes oder (ab 400€)
  • Einrichtung eines Premium Themes (Empfehlungen für gute Premium Themes) und Anpassung (ab 160€)
  • Erstellung der Inhaltsseiten (Preis pro Seite ab 20€)
  • Erstellung eines Kontaktformulars (ab 40€)
  • Einbau Google Analytics (ca. 20€)
  • Pagespeedoptimierung (ab 160€)
  • Umleitung alter URls, falls Relaunch (ab 40€)
  • Schulung für das System via Teamviewer (ab 80€)
  • Optional: Wartungsvertrag (ab 200€ pro Jahr bei 2-monatigen Updates)
  • Optional: Unterstützung SEO (ab 400€)

Dazu können natürlich noch einige andere Posten kommen, je nachdem ob der Kunde spezielle Anforderungen hat oder nicht. Das wäre zB:

  • Anbindungen an Warenwirtschaftssysteme
  • Shopfunktionalität
  • Zahlarten wie Paypal ohne Shop
  • Bildbearbeitung
  • Webhosting-Support
  • Einbau spezieller Plugins für Sonderfunktionalitäten wie zB Eventkalender, Galerien, Slider …
  • Eigenprogrammierungen / individuelle Pluginentwicklung
  • Einbau fremder Trackinglösungen

Die Preise hierfür sind vollkommen individuell anzusetzen. Es lässt sich also keine grobe Hausnummer abgeben.

Was natürlich extra gerechnet werden muss sind folgende Kosten:

  • Externe Texter für die Inhalte
  • Externe SEO Agenturen, die die Website-Erstellung begleiten
  • Externe Grafiker, die Vorgaben geben oder komplette Layouts erstellen
  • Kosten für Webhosting (Empfehlung All-Inkl), SSL Zertifikate, ggfs. Plugins die verwendet werden

Welchen Preis hat eine WordPress-Webseite also konkret?

Wie oben zu sehen ist, habe ich die Preise mit „ab“ angegeben. Das heißt hier ist Luft nach oben, je nachdem mit welchem Entwickler man arbeitet und wie die Anforderungen tatsächlich ausfallen. Preise lassen sich nicht generell über einen Kamm scheren. Auch meine Preise für die oben genannten Dienstleistungen schwanken je nach Kundenwunsch.

Aus meiner Erfahrung kann ich aber sagen, dass professionell aufgesetzte WordPress-Webseiten durchaus für 700-800€ netto zu haben sind. Ich habe schon einige WP-Webseiten innerhalb von 10 Stunden aufgesetzt. Natürlich sprechen wir hier vom absolut untersten Level! Vor allem unter der Verwendung fertiger Themes. Neuentwicklungen eines Themes können zu dem Preis nicht angeboten werden.

Der Umfang dieser Webseiten (meist für kleine und mittelständische Unternehmen) war natürlich überschaubar (etwa 10 Seiten Umfang), aber gerade diese Webseiten sind meine Spezialität. Projekte zwischen 10 und 30 Stunden liegen mir am ehesten, wenngleich ich auch größere Projekte bediene.

Je größer aber die geplante Webseite ist und je spezieller die Anforderungen an Design und Features, desto teurer wird eine Webseite und bewegt sich von den Preisen für kleinere typische Unternehmenswebseiten weg. Manch Entwickler oder auch Agenturen konzentrieren sich genau auf diese großen Projekte ab 30 Stunden. Sie werden natürlich keine Webseiten für 800€ anbieten.

Fazit

Der Preis für eine WP-Webseite lässt sich nicht konkret festmachen. Ab 700€ sollte eine kleine Webseite zu haben sein, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen, eine schlechte Qualität eingekauft zu haben. Wobei man ehrlicherweise sagen muss, dass auch teure Anbieter durchaus schlechte Arbeit ableisten können. Ich wurde mehrmals nach einem Gutachten zur Arbeit von Kollegen gefragt, die die Kunden mit halbfertigen Webseiten sitzen ließen oder schlichtweg viel zu viel für Ihre Dienste verlangt hatten.

Nach oben hinaus sind die Grenzen für große Webseiten natürlich beliebig skalierbar, je nachdem wie hoch der anfragende Kunde mit seiner Webseite hinaus will. Preise über 10000€ sind keine Seltenheit.

Sollten Sie also ein Projekt in WordPress realisieren lassen wollen, fragen Sie einfach den WordPress-Entwickler Ihres Vertrauens oder die Agentur die Ihnen vielleicht von Freunden empfohlen wurde. Schicken Sie so viele Infos wie möglich über gewünschten Umfang, Look und Funktionalitäten. Je konkreter Sie sind, desto konkreter wird der Preis auf einem Angebot stehen und Sie wissen woran Sie sind.

Vergleichen Sie. Vor allem wenn es sich um große Projekte handelt. Und: lassen Sie sich nicht abkassieren für die Angebotserstellung. Das sollte IMMER kostenlos sein. So wie die erste telefonische Beratung!

 

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11 Kommentare

  1. Stavros Kromidas sagt:

    Hallo Herr Dasbeck,

    Ich möchte eine vorhandene Homepage auf WordPress-Basis „besser“ bzw. auf deren Basis eine Neue gestalten lassen. Hätten Sie Zeit und Interesse dazu? Wenn ja, wäre wohl das Beste, wenn wir telefonieren würden. Da ich im Moment ganztägige Kurse halte, wäre es ab ca. 17.00 Uhr möglich. Teilen Sie mir bitte, wann es bei Ihnen ginge.

    Danke und freundliche Grüße

    Stavros Kromidas

  2. IllyMue sagt:

    Hallo,
    unsere Website soll umgestellt werden von Typo 3 auf WordPress. Wir haben jetzt ein Angebot mit Kosten von 4.750,00 € für diese Umstellung vorliegen. Ist dieser Preis gerechtfertigt für die Umstellung? Texte und Bilder werden geliefert bzw. liegen der Firma bereits durch die alte Homepage vor.

    Vielen Dank für eine kurze Rückmeldung.

    MfG
    IM

    • Der Preis kann durchaus gerechtfertigt sein. Das kann ich aber leider aus der Ferne schlecht beurteilen. Nicht jede Site kostet zwischen 1000€ und 2000€. Ich habe auch schon Angebote über 6-stellige Beträge gesehen. Je nach Größe und Features.

  3. Roland Dietz sagt:

    Hallo, René, vielen Dank für den interessanten Beitrag. Ich sehe es allerdings etwas anders. Ok, für Privatleute, die wirklich etwas zu sagen haben (sprich: selbst Texte verfassen), mag deine Rechnung noch aufgehen. Startups und Kleinbetriebe haben jedoch erfahrungsgemäß weder die Zeit noch die Erfahrung, den Content (Texte, Bilder) zu liefern. Die Suche bzw. Erstellung der Inhalte treibt den Preis also nach oben. Nicht fair handeln doch die Entwickler, die den Kunden eine Webseite mit irgendeinem oberflächlichen Content verpassen. Hinterher wundert sich der Kunde später darüber, warum er mit seiner Webseite keine Erfolge erzielt. Oder er wird mit zusätzlichen Kosten konfrontiert, was ebenso unfair ist.
    Angebot und Erstberatung sind (meist) kostenlos. Aber warum SOLLTE das so sein (wie du schreibst). Kostet das keine Zeit? Ist dein Beratungsgespräch nichts wert?

    • Hallo Roland, danke für deine Meinung. Inhaltserstellung sehe ich nicht als meine Aufgabe als Webdesigner oder Webentwickler. Hier gibt es sicher andere Anbieter, die ich aber aus der reinen Kalkulation zur Erstellung einer Webseite herausnehmen würde. Ansonsten müsste man auch ggfs. Kosten für Fotografen noch mit aufnehmen, Kosten für den Anwalt der die Rechtstexte liefert, Webhosting etc. Ich schreibe das ja auch. Das ist extra zu rechnen. Aus meiner Erfahrung ist aber gerade im Bereich Contenterstellung meist der Kunde, der liefert. Und meist macht er das tatsächlich selber, weil er am besten im Thema drin ist. Natürlich arbeiten manche externen Textern, denen sie ihren Input geben. Gerade dann, wenn sie selbst nicht schreiben können.

      Bezüglich der Angebotserstellung: Ich arbeite nun schon seit einigen Jahren in dem Bereich und muss sagen, dass es absolut üblich ist, dass die Angebotserstellung kostenlos ist. Das ist Teil des Spiels. Bei kleinen Projekten ist das auch kein Problem (ebenso was eine Erstberatung per Telefon angeht). Wenn ich mir 3 Angebote von Gärtnern für das Gestalten meines Gartens hole, bezahle ich sie für das Angebot auch nicht. Ist die Angebotserstellung aufgrund eines sehr großen Projektumfanges aufwändig, bleibt es Agenturen oder Freelancern natürlich selbst überlassen, ob sie mit der Angebotserstellung in Vorleistung gehen wollen, in der Gefahr den Job nicht zu bekommen. Wer gute Arbeit leistet, hat da mal Pech und mal Glück, es sollte sich aber am Ende auszahlen.

  4. Janosch sagt:

    Ne gute Webseite mit WP mit allem drum und dran sitze ich 2-4 Wochen, also ab 3600 EUR bis 8500 EUR Netto. Alles andere ist rausgeworfenes Geld, und bringt dem Kunden nichts. Eine Webseite muss funktionieren und nicht nur im Netz abgestellt sein. Das geht mit 10 Stunden nicht! Allein SEO und Bilderauswahl nehmen schon ab 10 Stunden ein. Kurz zu mir, bin seit 12 Jahren selbständig, würde ich 800 EUR nehmen und hötte ich mich zu billig verkauft würde ich hier nicht schreiben weil ich längst Bruchlandung erlitten hätte. Denkt mal drüber nach bevor ihr anbietet!

    • Hallo Janosch,

      danke für deine Einschätzung. Allerdings teile ich das ganz und gar nicht. Wenn alle Webseiten zwischen 3600€ und 8500€ kosten würden, dann wären viele Kleinbetriebe, Startups und Privatleute raus aus dem Onlinegeschäft. Vielleicht betreust du hauptsächlich große Webseiten, Shops oder programmierst alles selber. Das kann ich nicht beurteilen. Aber wer für die Erstellung zB einer WordPress Webseite mit Premium Theme, Absicherung bezüglich Security und 10 Seiten Inhalt (das ist durchaus häufig die Anforderung an kleinere Webseiten) so hohe Preise verlangt, der arbeitet entweder langsam (das ist keine Unterstellung) oder aber zockt die Leute ab. Ich arbeite durchaus seriös und habe viele Kunden, die im Bereich 1000€ bis 2000€ liegen. Gerade weil deren Anforderungen nicht überzogen sind. Da sitze ich dann aber auch nicht länger als 10-20 Stunden dran. Bei großen Webseiten (und das schreibe ich ja auch), sind Preise unter 1000€ natürlich nicht zu halten.

  5. Konstantin sagt:

    Hallo Rene, toller Artikel! Ich kann dir nur zustimmen eine gute WordPress Seite kostet ab 900 Euro. Der aufwand ist auch nicht klein, nicht vergessen das Kunde noch Plugins haben möchte und später Beratung.

  6. Andreas sagt:

    Guten Tag Rene, ich habe deinen Blogpost mit Interesse gelesen. Ich bin nicht ganz einverstanden. Ich denke, ein Elektriker hat einen Stundensatz von +70Euro. Wenn eine professionell aufgesetzte WP-Seite zwischen 700-800 Euro liegt, dann kommt das für eine/n Spezialisten/In nicht ganz hin. Wenn du dann noch im Akkord (10 Stunden) arbeitest, kann es nicht wirklich professionell gewesen sein. Sind dann wirklich die Wünsche eines Kunden umgesetzt? Würde die Rechnung nicht rückwärts besser für den Entwickler laufen? Also Aufwandsschätzung (10 Stunden + Reserve) multipliziert mit dem Stundensatz, zumal dann auch unvorhergesehene Aufwände zu diesem Stundensatz abgerechnet werden können.

    • Hallo Andreas, danke für deine Meinung. Also das ein Elektriker einen Stundensatz von 70€ hat, sollte eher selten sein. Ich spreche hier (und habe das oben im Text nun auch noch einmal deutlicher gemacht) natürlich vom absolut untersten Level einer WordPress Webseite. Ich wage zu behaupten, professionelle Webseiten zu erstellen, gerade auch in diesem Preissegment. Hierbei handelt es sich NATÜRLICH um kleine Webseiten mit Premium-Theme und max. 10 Seiten. Wer als Entwickler hier dem Kunden 1500€ aus der Tasche angelt, spielt meines Erachtens nach nicht fair.

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