WordPress und Shopsysteme – welche Konstellation macht Sinn?

WordPress ist wohl die populärste Blogsoftware weltweit und längst über den Status einer reinen Bloganwendung hinaus. Im Lauf der Jahre hat sich die Software zum umfangreichen Content Management System (CMS) entwickelt. Es hat sich mit Bezug auf das Internet aber mehr verändert. Der Anteil der Konsumenten, die ihre Einkäufe im Netz erledigen, steigt ebenfalls.

WordPress und Shopsysteme

Damit kommt es vielfach zu der Problemstellung, einen WordPress Blog mit einem Online Shop zu verknüpfen. Es gibt in der Tat entsprechende eCommerce-Lösungen. Mit Bezug auf immer wichtiger werdende neue Marketing-Strategien wie effizientere Personalisierung, Neuromarketing (hier werden neurowissenschaftliche Erkenntnisse und traditionelles Marketing kombiniert) und in Bezug auf sich drastisch verändernde SEO (Suchmaschinenoptimierung) und SMM (Social Media Marketing) Vorgehensweisen sollte aber vielleicht etwas kreativer vorgegangen werden.

WordPress und eCommerce wachsen stetig

Einst als reiner Blog gestartet, kann WordPress heute deutlich mehr. Über zahlreiche Plug-ins und Themes kann das Content Management System nahezu beliebig individualisiert werden. Selbstverständlich gilt das auch für Social Media und Suchmaschinenoptimierung (SEO) sowie andere Bereiche. Sicherlich ist das nicht nur der Fülle von Erweiterungen geschuldet, sondern auch der einfachen Bedienung.

Aber eCommerce wächst ebenfalls deutlich. Inzwischen konsumieren rund 70 Prozent der Verbraucher ab 14 Jahre mindesten ein bis zehn Mal jährlich im Internet Waren und Dienstleistungen. Das ist auch für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) Grund genug, Produkte und Dienstleistungen online anzubieten.

Wie lassen sich Online-Shops realisieren?

Doch schon bevor es mit dem eigenen eCommerce Projekt losgeht, stellen sich viele Fragen. So kann ein Online Shop unterschiedlich aufgebaut werden:

  • als eigenständige Lösung (stand-alone)
  • über eine dritte Plattform wie Amazon oder eBay (Shopless Commerce)
  • eingebunden in ein CMS

Die eigenständige Lösung ist die umfangreichste. Vor allem können dann nicht die ganzen Vorteile genutzt werden, die ein CMS wie WordPress mit sich bringt. Bei den Shopless Commerce Lösungen gibt es Gründe, die durchaus dafür sprechen, aber auch Nachteile. Die Betreiber haben die völlige Kontrolle über alle Kunden. Zudem bestehen nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten, eigene Kampagnen oder Angebote prominent zu platzieren.

Immer wieder werden Vorwürfe laut, wonach große Betreiber angeblich Preise der Drittanbieter in ihrem System untergraben und auch deren Daten nutzen, das eigene Angebot zu optimieren. Dafür spricht dagegen die massive Verbreitung und damit Sichtbarkeit dieser Plattformen. Außerdem genießen diese Anbieter ein ausgesprochen großes Kundenvertrauen – von der Bezahlung über den Versand bis hin zu etwaigen Reklamationen.

WordPress mit integriertem Online-Shop

Daher bevorzugen viele angehende Shopbetreiber eine Lösung, bei der die Shopsoftware an WordPress angebunden wird. Aufgrund der großen Beliebtheit von WordPress stehen verschiedene Plug-ins zu unterschiedlichen eCommerce-Lösungen bereit:

  • WooCommerce
  • wpShopGermany
  • GetShopped
  • JigoShop
  • Shopp

Bevor jedoch auf die verschiedenen Shoplösungen eingegangen werden kann, einige wichtige Vorabinformationen. Einige eCommerce-Lösungen sind als Grundpaket kostenlos, Plug-ins können aber kostenpflichtig sein. Dem stehen Lösungen gegenüber, die auf einer Lizenz basieren. Die Gebühren sind dann einmalig, monatlich oder jährlich zu entrichten und in der Regel abhängig vom Umsatz. Noch wichtiger in der ersten Entscheidungsfindung ist aber explizit für einen deutschen Online Shop die notwendige Rechtssicherheit. Nicht jede Shoperweiterung wurde speziell für den deutschen Markt berücksichtigt oder ist auf dem aktuellen Rechtsstand. Es kann also sein, dass gesetzliche Anforderungen nicht (mehr) erfüllt werden.

WooCommerce als meistgenutztes WordPress-Plugin

woocommerce

WooCommerce ist die mit Abstand beliebteste eCommerce-Anwendung für WordPress. Allerdings gilt das weltweit. Das wiederum bedeutet, dass zwar die Auswahl an unterschiedlichsten Plug-ins außerordentlich hoch ist, jedoch in deutscher Sprache bzw. für eine auf Deutsch betriebene WordPress-Seite nur bedingt. Es gibt zwar Plug-ins, welche WooCommerce „verdeutschen“, aber insbesondere die extrem wichtige Rechtssicherheit muss immer individuell geprüft werden. Nicht jedes Plug-in wird zudem zeitnah zu möglichen Gesetzesänderungen geändert.

Dafür enthalten die Plug-ins zum Teil viele gute Features und auch Informationen für KMUs, darunter wertvolle rechtliche Tipps, um Abmahnungen zu entgehen. WooCommerce betreibt zudem eine eigene Seite, über welche weitere Plug-ins und Themes erhältlich sind (kostenpflichtig und kostenlos). Bei den Plug-ins für den deutschen Markt ist zwischen verschiedenen Lösungen zu unterscheiden. Das German Market Plug-in kostet rund 100 Euro einmalige Lizenzgebühr, während das WooCommerce-Germanized-Plug-in in der Grundversion kostenfrei ist.

wpShopGermany

wpShopGermany

wpShopGermany ist eine rein deutsche eCommerce-Lösung für WordPress. Innerhalb des deutschen Marktes bietet der Online Shop daher bereits eine sehr hohe Rechtssicherheit. Dafür sind naturgemäß deutlich weniger Entwickler zu finden, die Plug-ins schreiben und kostenlos oder selbst gegen Bezahlung zur Verfügung stellen. Die Betreiber bieten das Shop-System gegen unterschiedliche einmalige Gebühren an, die von einer Lite-Version bis hin zur Enterprise-Lösung reichen. Anhand von Kundenwünschen erweitern die Betreiber dann die Funktionen immer wieder.

Seit dem Start von wpShopGermany im Jahr 2010 wurden mehr als 70 weitere Funktionen integriert. Nach Zahlung der Lizenz (abhängig davon, welche Lizenz erworben wurde) sind dann sämtliche Erweiterungen und Updates lebenslang (auf derselben Domain oder projektunabhängig) kostenlos. Mit Blick auf Neuromarketing fehlen aber immer noch sehr wichtige Funktionen wie ein intelligentes Cross-Selling. Worauf man hierbei achten muss, lässt sich beispielsweise in „Neuromarketing“ von Hans-Georg Häusel nachlesen. Zudem gilt es Marketing-Automation, CRM und ERP zu beachten. Letztendlich bietet auch wpShopGermany keine absolute Rechtssicherheit, weshalb auch eine solche Installation unbedingt von einem Fachanwalt geprüft werden sollte.

Jigoshop

jigoshop

Jigoshop gehört zu den älteren Shop-Plug-ins. WooCommerce basiert beispielsweise darauf. Zwar gibt es auch zu dieser Shop-Erweiterung ein Deutsch-Plug-in. Allerdings gibt es aufgrund geringerer Beliebtheit gegenüber WooCommerce nicht nur im deutschsprachigen Raum deutlich weniger Plug-ins. Damit macht Jigoshop also kaum Sinn, da sehr viele Inhalte nachträglich eigenständig programmiert werden müssten. Das dürfte die Kosten dann enorm sprengen. Dasselbe gilt ebenso für GetShopped und Shopp.

Marketing-Techniken im Umbruch

Die enorme Verbreitung von eCommerce-Anwendungen führt zu einer anderen Schlussfolgerung: die Konkurrenz in nahezu allen Märkten im Internet wächst stetig an. Das heißt, eine Einzelstellung gibt es alleine durch das Angebot bestimmter Dienstleistungen oder Produkte schon lange nicht mehr. Vielmehr müssen Strategien und Kampagnen entwickelt werden, die zur Kaufentscheidung und Kundenbindung im Online Shop des eigenen eCommerce-Systems führen. Bislang stand immer die technische Optimierung sowohl für die Suchmaschinen als auch die Besucher im Fokus. Jedoch muss die Qualität für potenzielle Neu- und Bestandskunden immer mehr an deren individuellen Bedürfnissen angepasst werden.

Auf persönlichen Daten basierende individuelle E-Mails, Cross-Selling-Angebote usw. müssen geschickt mit Neuromarketing, SEO und SMM verbunden werden, um dem Seitenbesucher ein wortwörtlich einmaliges Shopping-Erlebnis zu ermöglichen. Daraus resultiert, dass der Quellcode der Shop-Anwendung gut an diese Bedürfnisse anzupassen sein muss. Anbindungen an Marketing-Automationen – von der Warenbestandskontrolle für sofortige Verfügbarkeit bis hin zur Integration den individuellen Vorlieben aller Kunden (bessere Neukundengewinnung, optimale Bestandskundenbindung), CRM-Lösungen (Customer Relationship Management) und ERP (Enterprise Relationship Programme) – muss alles an den Online-Shop angebunden werden können.

WordPress in standalone Shopsysteme integrieren

Hier sind – abhängig von der Größe des Shops – vor allem Magento, Oxid, Gambio und Shopware, die hervorstechenden standalone-Shops, die eine breitere und professionellere Schnittstellenanbindung bereitstellen. Außerdem kann der Quellcode von Programmierern gut individualisiert werden. Inzwischen gibt es Erweiterungen, die das Einbinden eines WordPress Blogs gestatten. Teilweise mögen Aufwand und Kosten zwar größer sein, dafür handelt es sich um ausgereifte eCommerce-Lösungen, die eben alle wichtigen Lösungsansätze für SEO, SMM, Marketing-Automation, Neuromarketing, ERP und CRM bieten. Für KMUs, wachsende Unternehmen und Konzerne stehen Lösungen bereit.

Magento

Magento ist die umfangreichste Lösung. Allerdings benötigt Magento einen Server für sich. Darüber hinaus sollten Produkt-Images auf einen zweiten Server ausgelagert werden, da auch die Performance ein wichtiger Faktor für SEO ist. Skalierbarkeit und Modulzusammenstellung sind ebenso vielfältig wie die Features, die ausgewählt werden können. Magento ist eines der führenden Shopsysteme. Geeignet ist Magento für mittlere Unternehmen und selbst große Konzerne. Für KMUs, also Lösungen für kleine und mittelständische Anbieter, eignen sich Gambio, Oxid und ShopWare eventuell besser.

ShopWare, Gambio und Oxid

ShopWare bietet mehr als 2.000 Erweiterungen, Mitarbeiter und Firmeninhaber können intensiv geschult werden. Ähnlich sieht es für Gambio aus, das auf xt:commerce3 basiert. Mehr als 10.000 Erweiterungen, alle erdenklichen Schnittstellen und eine einfache Bedienbarkeit machen die Anwendung aus. Die Kosten sind überschaubar, weshalb viele Start-ups und Neugründer darauf zurückgreifen. Der Oxid Shop bietet ähnliche Vorzüge wie Magento, benötigt aber nicht zwingend so enorme Hardware-Ressourcen. Die Preise liegen zwischen kostenlos und dem 5-stelligen Bereich und sind umsatzabhängig.

Fazit

Wenn möglich, dann besser WordPress in den Shop integrieren und nicht umgekehrt:

In alle Shops lässt sich auch ein WordPress Blog integrieren, wobei der Aufwand unterschiedlich hoch ist. Zum Teil gibt es bereits entsprechende Add-ons und Module, die eine einfache Migration ermöglichen. Insgesamt mögen die Kosten durchaus höher sein als bei Shops, die in WordPress eingebunden werden. Dafür wird hier die Sicherheit mit der richtigen Gewichtung betrachtet. Letztendlich spricht mehr für eine Integration von WordPress in eine Shop-Anwendung und nicht umgekehrt.

Wenngleich gerade kleinere Unternehmen hier mit Kanonen auf Spatzen schießen dürften und dann doch den naheliegenden Weg einschlagen werden, WordPress mit zB WooCommerce zu installieren. Das Risiko bezüglich der Rechtssicherheit lässt sich ggfs. mit einem Anwalt klären bzw. abmildern. In den allermeisten Fällen wird aber aufgrund von Unwissenheit das Risiko schlicht übersehen.

Ein Kommentar

  1. Libal sagt:

    Tolle Ergebnisse und Informationen darüber wie ich meinen Blog über meine Webseite von WordPress gestalte.
    Gesunde Tipps und Tricks..Danke dafür und danke für den tollen Beitrag

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